Vorurteile Golf – elitär, überaltert, teuer und spießig?

Nein, ich trage keine karierte Hose. Und keine Schirmmütze. Und nein, ich bin kein alter Herr, der zu viel Zeit hat.

Als Mittvierzigerin – also eine Frau in den besten Jahren – und leidenschaftliche Golferin, werde ich es nicht leid, mit den häufigsten Vorurteilen des für mich schönsten Spieles auf der Welt aufzuräumen.

Vorurteil 1: Nur alte Herren nehmen Schläger in die Hand

Es mag stimmen, dass Golf aus der Historie heraus Männern vorbehalten war – wen wundert es, denn aus mündlichen Überlieferungen wurde der Sport in Holland im Jahr 1297 erfunden. Und zu dieser Zeit hatten wir Frauen leider am Herd zu stehen.

Das erste, offiziell dokumentierte Damenturnier wurde anno 1810 gespielt und somit der Sport auch für die weibliche Gesellschaft möglich.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich Golf in allen Altersbereichen durchgesetzt und viele Kinder und Jugendliche haben den Spaß am Spiel für sich entdeckt.

Gemessen an seinen Spielern liegt in Österreich der Golfsport mit 100.351 Mitgliedern auf Platz 5 der beliebtesten Sportarten (Quelle: Bundes-Sportorganisation BSO 2018), noch vor Turnen, Wettklettern, Schwimmen und dem Radsport. Sicherlich spielen viele alte Männer Golf, aber nicht nur. 🙂

Vorurteil 2: Jeder Golfer hat eine Yacht

Es stimmt, dass zu den Anfängen Golf eine kostenintensive Sportart war. Die Ausrüstung war recht teuer, da sie aus England importiert werden musste. Die Errichtung und der Erhalt von Golfplätzen waren ebenso kostspielig und diese Kosten wurden auf die Clubmitglieder in Form von hohen Einschreib- und Jahresgebühren umgelegt.

Heutzutage ist die Ausrüstung günstig zu erwerben oder kann ausgeliehen werden und auch die Anzahl der öffentlichen Golfplätze hat stark zugenommen, sodass der Sport für jedermann und jederfrau leistbar geworden ist. Club-Mitgliedschaften sind nicht mehr zwingend erforderlich, denn es gibt Möglichkeiten von günstigen Fernmitgliedschaften.

Vorurteil 3: Golfplätze zerstören die Natur

Golfplätze sind Natur! Golfanlagen passen sich der Natur und Landschaft an, und nicht umgekehrt. Umweltgerechte Entwicklung und Führung von Golfanlagen ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema für die Betreiber.

Als Golfer teilt man den Platz mit Pflanzen und Tieren. Viele Golfanlagen beheimaten vom Aussterben bedrohte Obstbäume, schaffen Ausgleichsflächen für Umgehungsstraßen, unterstützen die Umsiedlung von Kröten oder bieten sogar Honig-Bienen ein Zuhause.

Vorurteil 4: Golf ist doch gar kein Sport

Eines habe ich nach meinem ersten Tag am Golfplatz festgestellt: Man entdeckt völlig unbekannte Muskeln.

Jeder einzelne Schwung ist ein komplexer Bewegungsablauf. Und für jeden Schwung benötigt man mehr als 200 Muskeln im Körper, speziell die Rumpfmuskulatur wird gefordert.

Vor jeder Golfrunde soll man sich Aufwärmen, sodass Muskel- und Bänderverletzungen vermieden werden und ein Stretching nach dem Training schadet auch nicht.

Mein Fazit

Ja, es mag stimmen: Golf ist (k)ein Sport wie jeder andere. Aber wie bei vielen Dingen gilt für mich: Probieren geht über Studieren. Wer probiert, kann sich über Vorurteile hinwegsetzen.

Schönes Spiel!

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