Meditation für Anfänger – Teil 1

Was versteht man unter Achtsamkeit? Was ist der Identitätskreislauf? Was bewirkt Meditation? Welche positiven Effekte hat es für mich und mein Leben? Diese und viele weitere Fragen beantworte ich euch heute in meinem Beitrag zum Thema Meditation für Anfänger – Teil 1.

Was versteht man unter Achtsamkeit?

Ich könnte euch jetzt so Manches über die Herkunft und den Hintergrund des Wortes „Achtsamkeit“ erklären. Viel lieber erzähle ich euch jedoch, was Achtsamkeit für mich bedeutet, wie ich es in meinen Alltag integriere, und wie sich mein Leben durch eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis zum Positiven verändert hat.

Achtsamkeit bedeutet für mich vor allem Bewusstsein. Bewusstsein im Denken, Bewusstsein im Fühlen, Bewusstsein im Handeln und Bewusstsein im Erfahren. Wir Menschen laufen in unserem Alltag die meiste Zeit auf Autopilot, funktionieren nach gelernten Glaubenssätzen, Mustern und Gewohnheiten. Diese Mechanismen sind tief in unserem Unterbewusstsein abgespeichert und bestimmen, wie sich unser Leben gestaltet. Lasst mich euch anhand des Identitätskreislaufes erklären, wie genau das funktioniert.

Der Identitätskreislauf

Der Kreislauf unserer Identität besteht aus 4 Schritten, die sich fortwährend wiederholen:

Identität = Denken ➡️ Fühlen ➡️ Handeln ➡️ Erfahrungen

Die Identität, die wir heute einnehmen, ist bereits in unserer Vergangenheit durch eine ständige Wiederholung dieses Kreislaufs entstanden. Das Wundervolle ist, mithilfe von Achtsamkeit und Bewusstsein könnt ihr jederzeit Einfluss auf diesen Kreislauf nehmen und euer Leben hier und jetzt aktiv verändern.

Hier ein kurzes, einfaches Beispiel, wie der Identitätskreislauf funktioniert:

  1. Alte Identität: Ich bin es nicht wert, eine erfüllende und liebevolle Beziehung zu führen. ➡️
  2. Gedanken: Ich bin mir sicher, dass mich mein Partner verlässt und ich wieder alleine bin. ➡️
  3. Gefühle: Ich habe Angst vor dem Verlust und fühle mich vom Leben ungerecht behandelt. ➡️
  4. Handlungen: Ich sabotiere meine Beziehung, weil ich ja eh weiß, dass sie enden wird. ➡️
  5. Erfahrungen: Mein Partner fühlt sich nicht wertgeschätzt und beendet die Beziehung. ➡️
  6. Bestätige Identität: Ich bin es nicht wert, eine erfüllende und liebevolle Beziehung zu führen.

Dieses Beispiel zeigt, was geschehen kann, wenn wir unseren inneren, gelernten – und oftmals sabotierenden – Programmen die Macht überlassen, unser Leben zu gestalten.

Doch nun kommt das Allerbeste: IHR seid die Meister EURER Leben! Durch Achtsamkeit können wir ganz BEWUSST Einfluss nehmen – auf unsere Gedanken, Gefühle, Handlungen und Erfahrungen, und somit auf unsere neue Identität und eine neue Lebensqualität in allen Lebensbereichen.

Wie genau könnt ihr nun lernen, achtsamer zu sein? Richtig, durch eine Achtsamkeitspraxis, wie z.B. Meditation. Auch Yoga ist eine wundervolle Möglichkeit, achtsamer durchs Leben zu gehen. Yoga hat nämlich viel weniger mit Stretching und Dehnen zu tun, und viel mehr mit Achtsamkeit und Bewusstsein in Bewegung. Doch nun erstmal mehr zum Thema Meditation.

Was ist Meditation?

  • Meditation ist eine wundervolle Achtsamkeitspraxis, losgelöst von jeglicher Religion, Sprache, Kultur, Wertehaltung und persönlicher Einstellung.
  • Meditation ist ein Prozess, bei dem ihr durch regelmäßiges Praktizieren lernt, wie ihr mehr Achtsamkeit in euer Leben, mehr Klarheit in eure Gedanken, und mehr innere Ruhe & Gelassenheit in euren Alltag bringt.
  • Meditation ist eine Technik, die euch mittels gezielter Atemtechniken dabei hilft, im Hier und Jetzt zu sein, und der Schöpfer eures Lebens zu werden.
  • Meditation ist eine Auszeit für euren Kopf, und eine Einladung für eure Seele.

Ihr SEID NICHT eure Gedanken, ihr HABT Gedanken!

Sehr oft glauben wir, dass unsere Gedanken das sind, was wir als „ICH“ bezeichnen. Das Spannende ist, das ist nicht der Fall! Unsere Gedanken sind eigenständig, losgelöst von dem „ICH“, durch welches wir unser Leben erfahren. Unsere Gedanken sind gleichzeitig die mit Abstand absolut kraftvollste Macht und stärkste Power, die wir besitzen.

Okay, euch ist nun klar, aus euren Gedanken entstehen eure Gefühle, eure Handlungen, und alle Erfahrungen, die ihr macht. Wenn ihr also andere Erfahrungen in eurem Leben machen möchtet, müsst ihr damit beginnen, andere Gedanken zu denken. Logisch, oder? Und was könnt ihr nun tun, um dies zu erreichen? Ganz genau, mittels Achtsamkeit lernen, eure Gedanken zu beobachten, um euch bewusst und klar darüber zu werden, welchen Gedanken ihr Macht schenken, und welche Gedanken ihr einfach vorbeiziehen lassen möchtet.

Nun kommt Meditation ins Spiel. Durch Meditation lernt ihr, eure Gedanken bewusst wahrzunehmen, sie jedoch ohne jegliche Bewertung einfach da sein zu lassen. Ihr beginnt damit, nicht mehr jeden Gedanken als wahr und als Grundlage für eure Handlungen anzusehen, sondern diese erstmal von einer Außenperspektive zu beobachten. Durch das reine Beobachten bekommt ihr einerseits eine neue Perspektive, lernt Abstand zu nehmen, und beginnt, eure Gedanken Schritt für Schritt bewusst in jene Richtung zu lenken, in die ihr gerne in eurem Leben gehen möchtet.

Mit der Zeit und ein bisschen Übung wird es euch immer leichter fallen, nur jenen Gedanken die volle Aufmerksamkeit einzuräumen, denen ihr auch wirklich Aufmerksamkeit geben WOLLT. Und erst wenn ihr euch bewusst für jene Gedanken entschieden habt, die ihr auch wirklich kraftvoll in die Realität bringen möchtet, könnt ihr den nächsten Schritt im Kreislauf gehen. Und so beginnt ein veränderter Identitätskreislauf, ihr werdet neue Erfahrungen in eurem Leben machen und eine gesteigerte Lebensqualität in allen Lebensbereichen verspüren.

Nach jahrelanger Erfahrung möchte ich euch wirklich ans Herz legen, Meditation von Grund auf zu lernen. Tut es für euch, tut es für euer Leben! Klar, könnt ihr euch jederzeit einfach ein paar Minuten auf den Boden setzen und die Augen schließen, doch um das volle Spektrum an wunderbaren Effekten in euer Leben zu bringen, ist es sinnvoll, das Konzept und die unendliche Kraft dahinter genau zu verstehen.

Na, habt ihr nun Lust bekommen, euer Leben in die Hand zu nehmen? Möchtet ihr direkt damit losstarten, euren Identitätskreislauf neu zu gestalten? Habt ihr Lust, neue und positivere Erfahrungen zu machen?

Wie man am besten mit Meditation beginnt, wie man eine regelmäßige Praxis für sich erstellt, und wie man es schafft, Meditation auch im Alltag zu leben, erfahrt ihr im zweiten Teil, der kommende Woche veröffentlicht wird – stay tuned!

Namasté!
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