Triathlonvorbereitung: Ohne Plan kein Ziel

Schwimmen, Radfahren und Laufen. Drei Disziplinen die unterschiedlicher nicht sein könnten, an Tag X dann aber alle absolviert werden müssen und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Aller Anfang tut weh

Ich meine mich noch gut erinnern zu können, als ich meinen ersten „Volkstriathlon“ über eine Distanz von 300 m Schwimmen, 10 km Radfahren und 5 km Laufen, absolviert habe. „Kann doch nicht so schwer und anstrengend sein“, dachte ich mir.

Nach der ersten Schwimmeinheit – beim Triathlon ist es grundsätzlich zwar jedem frei überlassen, wie man schwimmt, Kraulschwimmen ist dann aber doch die effektivste Art zu schwimmen – hab ich aber noch einmal nachgesehen, ob ich nicht doch eine Stornoversicherung abgeschlossen habe. Überraschung! Ich hatte keine Stornoversicherung abgeschlossen. Schon stand ich auch an besagtem Tag X am Ufer des Faaker Sees in Kärnten und der Startschuss fiel. Anhand meiner viel zu kurzen Vorbereitung sprang ich sprichwörtlich ins kalte Wasser und bekam dieses inklusive einiger Faust- und Beinschläge zu spüren.

Auch wenn ich mich während des Bewerbs öfter einmal gefragt habe, warum ich dies hier eigentlich mache – was heute auch noch öfter der Fall ist – stand ich dann aber ziemlich bald wieder an der nächsten Startlinie.

Den Körper vorbereiten – ein Trainer muss her

Das Triathlonfieber hat mich also nach meiner Premiere gepackt! Um nicht „krank“ zu werden, wusste ich aber, ich muss mich besser vorbereiten. Jetzt, im April 2019, stehe ich knapp zwei Monate vor meiner Premiere beim Ironman Klagenfurt über die Langdistanz. Langdistanz heißt 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,2 km Laufen und die macht man nicht einfach mal so. Welche körperliche Anstrengung das ist, durfte ich live miterleben, also ich vor zwei Jahren einmal hinter der Finishline des Ironman Klagenfurt gearbeitet habe. Neben großer Bewunderung gegenüber der teilweise über 60-jährigen Athleten wuchs in mir auch das Verlangen, selbst einmal über diese Ziellinie zu laufen. Am Tag nach dem Ironman Klagenfurt 2018 setzte ich dieses Verlangen in die Tat um und meldete mich als Teilnehmer für 2019 an.

Unsportlich war ich ja noch nie und mit 6-7 Stunden Sport die Woche und 3 Jahren Schwimmtraining auch schon einiges gewohnt. So eine Langdistanz aber sollte trotzdem sehr sehr ernst genommen werden. Wenn die Vorbereitung passt, ist der Bewerb nur die Kür. Mir war also klar, dass ich für die Vorbereitung für den Bewerb im Juli einen Trainer benötigte. Gefunden habe ich meinen Trainer oder besser gesagt meine Trainerin in Nathalie Birli von Personal Peak. Nathalie trainiert mich seit 1. Januar 2019 und bereitet mich intensiv auf meine Bewerbe vor.

Erster Test beim 6. Falkensteiner Punta Skala Triathlon 2019 in Zadar

Bevor ich im Juli in Klagenfurt starte, teste ich meine Form natürlich erstmal über die Halbdistanz. Dies macht insofern Sinn, um zu sehen „wo man steht“. Quasi eben ein Formcheck. Nach der Halbdistanz in Zadar und einem kurzen Zwischenstopp beim 70.3 Ironman in Barcelona, wird dann noch einmal optimiert.

Wie man sich vorbereitet und ich trainiere

Gut, ihr fragt euch bestimmt wie ich mich vorbereite. Das verrate ich euch natürlich gerne. Was ich euch als Tipp aus meiner Erfahrung heraus geben kann ist, plant euch Ruhetage ein, nehmt euch Zeit für die Regeneration nach einem harten Training und setzt den Plan und jede Trainingseinheit aber so konsequent wie möglich um. So hart es auch im Training oft sein mag, umso „leichter“ wird es euch dann im Rennen fallen.

Die drei Wochen vor dem 6. Falkensteiner Punta Skala Triathlon in Zadar sind eine Mischung aus einer intensiven Trainingswoche und zwei Wochen, wo die Belastung aus dem Training rausgenommen wird, aber quasi noch eine Vorbelastung vor dem Triathlon stattfindet.

Woche 3 vor dem Triathlon

So kommt es, dass ich in Woche 3 vor dem Bewerb gesamt auf 14 Trainingsstunden komme, von denen 2 Stunden Schwimmen, 11 Stunden Biken und eine Stunde Laufen ist. Der Fokus auf die übermäßigen Bikeinheiten beruht darin, dass ich mich derzeit quasi auch gerade auf den Ironman Klagenfurt vorbereite und dort 180 km radeln muss.

 

Woche 2 vor Punta Skala

Hier trainiere ich „nur“ mehr gesamt etwas mehr als 9 Stunden in der Woche, wo dem Laufen und Biken ungefähr gleich viel Bedeutung im Sinne von jeweils ca. 4 Stunden zugemessen wird.

In der Wettbewerbswoche wird dann die Intensität aus dem Training rausgenommen und nur mehr leichte Reize gesetzt. Gesamt werden zwar ebenfalls 9 Stunden „trainiert“. Darin enthalten ist aber der Triathlon an sich – welcher mit etwas mehr als 5 Stunden kalkuliert ist. Pro Woche habe ich dann jeweils auch immer einen Ruhetag eingeplant.

Laut meiner Trainerin sollte das angestrebte Ergebnis für den 6. Falkensteiner Punta Skala Triathlon wie folgt aussehen:

  • Schwimmen: 1,9 km in 32 Minuten
  • Radfahren: 90 km in 2:45 Stunden
  • Laufen: 21,2 km in 1:40 Stunden

 

Ein weiterer und wie ich finde auch sehr essentieller Tipp ist, dass ihr euch selbst nicht überfordert. Wie ich eingangs erwähnt habe, startete ich mit einem „Volkstriathlon“, welcher im Umfang ziemlich überschaubar, aber dennoch zu diesem Zeitpunkt damals für mich sehr herausfordernd war. Nehmt euch wirklich die Zeit. Das erste Rennen sollte immer zuerst der Orientierung dienen. Die „vierte Disziplin“, wie man so schön sagt beim Triathlon, ist nämlich die Wechselzone, wo es nach dem Schwimmen aufs Rad und dann vom Rad auf die Laufstrecke geht. Auch dies sollte erprobt und gekonnt sein.

Triathlon verbindet für mich meine drei großen sportlichen Leidenschaften, die eben Schwimmen (eigentlich nicht so), Radfahren (ohja total) und Laufen (auch ganz gern) sind. Außerdem ist es eine extreme Herausforderung für den Körper, aber vor allem für den Kopf. Wenn ihr gut vorbereitet und körperlich fit seid, entscheidet in den meisten Fällen die Einstellung im Kopf ob ihr das Ziel nicht nur sprichwörtlich vor euren Augen sehen könnt, sondern auch erreicht.

Wie immer lautet meine Devise „Mocht’s a bissl Sport, dann bleibt’s gesund!“

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