Kombucha – das etwas andere Teegetränk

Zu Hause herum experimentieren macht doch jedem Freude. In den letzten Monaten hat es mir die Fermentation in all ihren bunten Facetten angetan. Für mich persönlich ist es total spannend zu sehen, wie aus einem lässigen Grundprodukt durch Fermentation ein „neues“ cooleres Produkt entsteht – quasi eine aufgepeppte Version. Durch die Vielfalt an Möglichkeiten kann man hier seiner Kreativität freien Lauf lassen – von Ingwer-Karotten über Rotkraut, Zwiebel bis hin zu Kimchi – alles erlaubt, was man in ein Glas stecken kann! Neben dem Essen haltbar machen, wie zu Omas Zeiten, kann man sich auch mit Getränken herumspielen. Schon seit längerem ist einer der In-Drinks selbstgemachter Kombucha. Dabei wird gesüßter Tee, meist Grün- oder Schwarztee, mit einem Kombuchapilz (dem sogenannten Scoby) fermentiert. Was mir dabei super gefällt, man muss das nur einmal ansetzen, dann zwischen 5 bis 14 Tage gären, sprich stehen lassen, und voilá man hat ein tolles Getränk – wenn man es länger stehen lässt, wird es übrigens Essig, also solltet ihr mal vergessen – no worries einfach zum Putzen nehmen.

Nice to know about Kombucha

1| HERKUNFT: Laut einem Mythos findet das Getränk seinen Ursprung in Japan – so um 400 n. Chr. wurde ein koreanischer Arzt namens Kombu zum japanischen Kaiser Inky gerufen. Dieser Kombu behandelte den Kaiser mit einem besonderen Cha (Tee) bis zu seiner Genesung. Seit dieser Zeit trägt er den Namen Kombucha, also der Tee des Kombu
2| AUSPRACHE: Man kann Kombucha verschieden aussprechen, entweder nach japanischer Etymologie kɔmˈbut͡ʃa (mit „tscha“ am Schluss oder die russische Variante kɔmˈbuːxa eben genau so wie man es schreibt – also hat beides seine Richtigkeit

3| WIRKUNG: da Kombucha lebendige Mikroorganismen enthält, hat er eine positive Wirkung auf die Verdauung, die enthaltenen Enzyme & Säuren helfen, unser Körpersystem zu reinigen, somit werden Leber & Bauchspeicheldrüse entlastet, es wirkt förderlich auf das Immunsystem, was bekanntlich nie schadet, und hebt durch das im Tee enthaltene Koffein auch unser Energielevel

5 Schritte zu deinem Kombucha

Rezepte sowie Videos zur Herstellung von Kombucha gibt’s im Internet wirklich genügend – ich hab‘ von meiner Freundin dieses hier bekommen und es hat super funktioniert – bleibt also euch überlassen, welches ihr verwendet 😉 Ihr könnt auch gerne mehrere verschiedene durchprobieren. Nun zu den Schritten:

1| TEA TIME
Gewünschte Menge an Wasser aufkochen lassen und pro Liter um die 8g Tee hinzufügen und die gewünschte Zeit ziehen lassen – je nach Tee unterschiedlich. By the way wird meist Grüntee oder Schwarztee verwendet, da dieser am besten mit dem Scoby funktioniert

2| SWEET IT UP
Pro Liter ca. 90 bis 100g Zucker im fertigen Tee unter Umrühren vollständig auflösen

3| COOL DOWN & PREP
Der Tee muss nun auf Zimmertemperatur abkühlen, nebenbei kann man bereits ein sauberes Glas herrichten, in dem der Kombucha schlussendlich gären darf. Wichtig: Man sollte es vorher nicht mit Spülmittel abwaschen, sondern besser vorher mit Essig reinigen

 

4| SCOBY
Nun folgt die Vermählung. Zuallererst füllt man etwas Ansatzflüssigkeit (ein Kombucha – kann gekauft sein oder man bekommt so wie in meinem Fall einen von der Freundin inkl. Scoby) in das Glas, danach kommt der Hauptdarsteller, der Scoby, rein und zum Schluss folgt der gesüßte Tee

5| COVER IT UP
Jetzt wird das Gärgefäß mit einem Abdecktuch (WICHTIG: Muss luftdurchlässig sein) und Gummiringerl oder ähnlichem „verschlossen“ 

6| SIT & WAIT
Das Gärgefäß an einem warmen Ort platzieren (mind. 21 Grad – so genau geht’s dann auch wieder nicht, aber zu kalt mags der Kombucha nicht – nach 7 bis 14 Tagen (je nachdem wie intensiv der Geschmack sein soll) ist er fertig –  ich hab‘ ihn meist 12 Tage stehen. Dann kann der fertige Kombucha in Flaschen abgefüllt und im Kühlschrank kühl gelagert werden. Beim Abfüllen lass ich den Drink noch durch ein Sieb durch, damit keine „Pilz-Flankerl“ im fertigen Getränk sind.

7| REUSE:
Ca. 10% des fertigen Kombuchas dienen zusammen mit dem Scoby als Ansatzflüssigkeit für die nächste Kultur. Mehr schadet auch nicht, da das die Gärung beschleunigt. Bei jedem Neuansatz – den Pilz kurz herausnehmen unter fließendem kalten Wasser abwaschen – eventuell die dunkle gefärbte Schicht entfernen – das Gärgefäß spülen, danach noch mit Essig reinigen und dann wieder bei Schritt 1 starten.

So, das waren die glorreichen 7  Kombucha Schritte – eigentlich echt easy. Wenn man dann einen guten Basis-Kombucha hat, der vom Süß-Säure-Spiel passt, kann man den noch mit verschiedensten Früchten etc. verfeinern – wie beispielsweise Himbeeren, Erdbeeren, Granatapfelkerne,… Eurer Fantasie ist hier keine Grenze gesetzt. Viel Spaß beim Herumexperimentieren!

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