Genussvolle Faschingszeit

Die „fünfte Jahreszeit“ ist in vollem Gange und erreicht im Februar mit Rosenmontag und Faschingsdienstag ihren Höhepunkt, bevor zu Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Höchste Zeit sich also mit den kulinarischen Aspekten des Faschings zu befassen.

Krapfen! Oder wie heißen die nochmal…?

Die wohl bekannteste Karnevalsspeise ist hierzulande zweifelsohne der Faschingskrapfen. Je nach Örtlichkeit unterscheiden sich die Bezeichnungen aber maßgeblich: vom Krapfen, über den Berliner, den Kreppel, bis zum Pfannkuchen – welcher allerdings nicht zu verwechseln ist mit Crêpes oder den österreichischen Palatschinken. Auch gebackene Mäuse sind im Fasching, aber nicht nur dann, ein Hit. Im Vergleich zum Faschingskrapfen bleiben diese allerdings meist ungefüllt.

Auch in Italien gibt es zahlreiche unterschiedliche Begriffe und Ausprägungen des Faschingsgebäcks. Um nur ein paar wenige zu erwähnen:

  • Bomboloni: kommen den Faschingskrapfen am nächsten, allerdings ist die „Füllung“ hier oft sichtbar, ähnlich wie beim Bauernkrapfen. Meistens ist es eine Vanillecreme.
  • Zeppole: das wichtigste sardische Karnevalsgebäck – ungefüllte, frittierte Teigringe die durch Orangenschalen, Grappa oder auch etwas Safran eine ganz eigene Geschmacksnote bekommen.
  • Chiacchiere: Typisch für die Fastenzeit, ursprünglich aus Neapel, heute aber in ganz Italien vertreten. Der verhältnismäßig dünn ausgerollte Teig wird mit einem Teigrad mit Zacken geschnitten, um den üblichen gewellten Rand zu erzielen – je nach Region in unterschiedlichen Formen. Gerne werden die Chiacchiere in Schokoladensoße getunkt.

Der Überbegriff ist in Italien „Fritelle“, also auch nicht weiter spezifiziert als „etwas Frittiertes“. Genau das ist es allerdings, was das Faschingsgebäck überall gemein hat.

Bombolini @grubzon
Zeppole @cuochinprogress
Chiacchiere @pasticceria_vincenzobellavia

Warum Krapfen?

Während die Zubereitung traditionell das Herausbacken in Schmalz beinhaltete, so greift man heute schon vermehrt zu Pflanzenfett. Der historische Hintergrund des „Fettgebäcks“ ist die Vorbereitung auf die Fastenzeit – bevor der Verzicht beginnt darf noch einmal kalorienreich zugelangt werden. Karnevalsspeisen beinhalten noch heute meist genau die Zutaten, die während der Fastenzeit verboten waren und dazu gehörten früher neben dem Fleisch eben auch Eier und Milch.

Neben dem üppigen Essen wurde die Faschingszeit seit jeher auch zum ausgiebigen Feiern genutzt. Das fetthaltige Hefegebäck lieferte also auch für alkohollastige Abende eine solide Grundlage.

Über alle Ausprägungen des Krapfens hinweg, wird der Teig meist auch ähnlich zubereitet. Es ist ein Hefeteig oder Mürbeteig, welcher in unterschiedlichen Form herausgebacken wird. Diese Form macht nicht nur einen optischen Unterschied aus, sie bestimmt auch die Oberflächengröße und damit wie viel Fett das Gebäck ausgesetzt ist. Daraus wiederum ergibt sich ob der Krapfen letztendlich knusprig oder flaumig wird.

Fun Fact: neben Fettgebäck kommen in Faschingsspeisen auch oft Hülsenfrüchte vor. Diese galten in der Geschichte als Zeichen der Fruchtbarkeit. Die Faschingszeit war also seit jeher nicht nur beliebt zum ausgiebigen Essen und Trinken, sondern auch… ihr wisst Bescheid 😉

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