Vielen Dank für die… Gleichberechtigung!

Das alte Lied von Udo Jürgens passt zum heutigen Tag genauso gut wie zum Valentins- und dem von mir so verhassten Muttertag. Was diese Tage gemeinsam haben? Sie alle feiern in irgendeiner Art die Frau. So auch der heutige Weltfrauentag. Und sie alle suggerieren, dass das Feiern damit erledigt ist, der Mama, der Liebsten oder einer beliebigen Frau, Blumen zu schenken. Wohlerzogen wie wir sind, lächeln wir brav, sagen Danke und denken uns den Rest. Was sich Frauen an Tagen wie diesem aber wünschen ist ganz einfach- nämlich das Selbe wie an den anderen 363 – in diesem Jahr sogar 364 – Tagen im Jahr: Gleichberechtigung in der Gesellschaft, echtes 50/50 und  gleiche Bezahlung und Chancen, wie unsere männlichen Kollegen.

Was so einfach klingt, ist im Alltag oft weit weg von der Realität. Es sind nämlich nicht die großen Kämpfe, die an diesem Tag im Vordergrund stehen sollten. Die sind bei uns in Europa größtenteils ausgefochten: Wahlrecht, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung – soweit alles keine Fremdwörter mehr. Es sind die täglichen Feinheiten, die uns noch immer in die Schranken weisen.

Vor einigen Tagen habe ich in einem Forum einen Kommentar gelesen, der mich nicht mehr losgelassen hat. Im Artikel zuvor ging es um verpflichtende Frauenquoten. Der Ton des Users: „Es sei unfair, dass dann eventuell eine nicht so hoch qualifizierte Frau eine Position einnehmen würde, da man ja eine Frau einstellen müsse.“ Müssen also alle schlecht qualifizierten Vorstände gleich Männer sein? Ich bin mir nämlich sicher, dass es da einige gibt, die nicht so richtig was auf dem Kasten haben. Aber so unter sich ist es halt bequem. Viele Frauen – mich eingeschlossen – müssen lernen, dass es okay ist ihren Platz am Tisch einzufordern. Wenn wir weiter auf eine Einladung, aufgrund unserer Leistungen warten, dann werden wir das noch verdammt lange tun.

Auch ein anderes Gespräch hat mich in den letzten Wochen zum Nachdenken gebracht. Ich habe mich mit einer sehr lieben Freundin über das Thema Kinderbetreuung unterhalten – und ja, ein bisschen gesudert habe ich auch. Dann fiel aber der entscheidende Satz: „Aber du musst froh sein, dass dir dein Mann mit dem Kind so viel hilft.“ Im ersten Moment kam von meiner Seite das wohlerzogene „Ja eh, hast Recht!“. Ich konnte nicht aufhören über ein Wort nachzudenken. Hilfe. Im Kopf meiner emanzipierten Freundin ist also verankert: Erziehung ist Frauensache. Wenn der Mann hilft, ist er eh schon toll. Mehr erwarten kann man wirklich nicht. Und hier liegt der Hund begraben. Denn die Hälfte dieser Arbeit ist verdammt nochmal sein Job – gerade wenn beide im selben Ausmaß arbeiten. Und das sollte in unserer modernen Gesellschaft endlich ankommen. Nicht jede oder jeder möchte Karriere machen, aber wenn der Wunsch besteht, dann muss es möglich sein diese mit der Familie zu vereinbaren – egal ob Männchen oder Weibchen. Derzeit ist es nämlich selbstverständlich, dass die Frau zurücksteckt.

Dies sind die Geschichten, die wir an diesem Tag erzählen müssen – die Blumen kaufe ich mir dann an einem anderen Tag einfach selbst. Denn nur dank Frauen, die jetzt schon für echte Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft kämpfen, haben es unsere Töchter später hoffentlich einfacher.

Ich für meinen Teil bin froh, dass ich mit Falkensteiner ein Unternehmen gefunden habe, welches mir die Karriere ermöglicht, die ich anstrebe. Ungeachtet dessen, ob ich nun Mutter bin oder nicht.

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