Yoga ist längst nicht nur ,,Frauensache‘‘ – Marcel Clementi spricht mit uns über Yoga für Männer

Falkensteiner Image Shooting Summer Mountain Nassfeld 2019

Yoga und Männer, eine Kombination, die man in den Yogastudios Land auf Land ab nicht oft findet. Was womöglich dahintersteckt und wieso Yoga längst nicht nur Frauensache ist, hat uns Marcel Clementi in einem Gespräch verraten. Der sympathische Tiroler ist Yoga Lehrer, Youtuber, Podcaster & Speaker und reist für Workshops, Events & Yoga Retreats rund um die Welt.

  • Besucht man einen Yoga-Kurs sind dort hauptsächlich Frauen. Wie kommt es, dass Yoga für viele Männer uninteressant ist?

Ich glaube, viele Männer haben einfach ein falsches Bild vom Yoga oder Angst es auszuprobieren. Und ich verstehe auch warum. Wenn man Social Media öffnet oder Beiträge über Yoga liest, sieht man immer nur schlanke, bewegliche Frauen in engen und bunten Yogahosen, die  irgendwelche „perfekte“ Figuren machen. Dabei geht es beim Yoga um viel mehr als „nur um’s Dehnen“. Neben verbesserter Flexibilität geht es beim Yoga genauso um Kraft, Balance und Konzentration. Neben Übungen für den Körper helfen auch verschiedene Atemtechniken Stress abzubauen und so gleichzeitig etwas für Körper und Geist zu tun. Spitzensportler und CEOs wissen längst, dass Yoga nicht nur „Frauensache“ ist, nur leider ist das noch nicht zu allen durchgedrungen. Dass Yoga also uninteressant ist für Männer würde ich nicht sagen. Es wird wahrscheinlich nur durch viele falsche Eindrücke uninteressant gestaltet – und das finde ich sehr schade.

Falkensteiner Tipp:
Wie wäre es mit einem Retreat in den Südtiroler Bergen?
Vom 3.11. – 6.11.2022 findet im Falkensteiner Hotel Kronplatz ein Yogaretreat mit Marcel Clementi statt.
  • “Kein richtiger Sport”, “ist doch nur meditieren”, “da schwitzt man ja nicht mal” – das sind nur einige wenige Aussagen, die man oft über Yoga zu hören bekommt. Wie erklärst du dir die Klischees?

Es gibt Arten vom Yoga wo man nicht schwitzt, das ist richtig. Aber es gibt auch Arten vom Yoga wo die Hälfte der Männer wahrscheinlich nicht mehr unterscheiden kann ob es Tränen oder Schweißtropfen sind, die an der Wange herunterrinnen (lacht). Am besten einfach mal zu mir in die Yogastunde kommen und selbst ausprobieren.

  • Mit welchen Argumenten überzeugst du Männer vom Yoga?

Ich denke, Yoga ist nicht etwas womit man überzeugen muss. Man muss es einfach probieren und dann spricht es für sich. Man fühlt sich danach einfach anders – besser. Um aber den ersten Schritt für Männer etwas leichter zu machen, sind Argumente wie weniger Rückenschmerzen, verbesserte Konzentration, höhere Leistung im Sport sowie im Job und auch Privat am besten.

  • Vor allem Männer konzentrieren sich bei ihrer Fitness-Routine entweder auf Muskelaufbau oder Ausdauer, wie kann Yoga eine gute Ergänzung oder Alternative sein?

Auch ich achte sehr auf meinen Körper und gehe regelmäßig ins Fitnessstudio oder laufen und kombiniere das mit einer täglichen 20 bis 30-minütigen Yogapraxis. Die Kombination aus Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit ist doch die höchste Form von Fitness finde ich, oder nicht? Quasi ein magisches Dreieck!
Was bringt es mir mit 100kg Kniebeugen zu machen, wenn mir aber die Beweglichkeit fehlt meine eigenen Schuhe zu binden? Oder einen Halbmarathon zu laufen, aber so ungelenkig zu sein, dass ich mich ständig verletze und Probleme mit meiner Haltung bekomme?
Yoga sollte meiner Meinung nach in jede Routine gehören, die einem gesunden Lifestyle dienen soll. Erst durch das Praktizieren von Yoga kann ich meinen Lauf im Wald zu 100% genießen und muss dabei nicht an meine Arbeit denken. Erst durch Yoga bin ich bei jedem Satz, bei jeder Wiederholung im Fitnessstudio mit voller Konzentration bei der Sache und spüre wie meine Muskeln arbeiten. Yoga bringt die fehlende Achtsamkeit in alle Bereiche des Lebens, und somit auch ins Training.

  • Worauf sollten Männer achtgeben, wenn sie sich zum ersten Mal auf die Yoga-Matte wagen?

Dass es normal ist, wenn nicht alles gleich gelingt. Wenn ich zu meiner ersten Tennisstunde gehe, nehme ich auch nicht sofort den Tennisschläger in die Hand und spiele ein Match. Man braucht Geduld und regelmäßiges Training. So ist es auch beim Yoga. Wichtig ist, dabei zu bleiben. Und so wird es mit jedem Mal leichter, versprochen!

  • Es gibt verschiedene Formen von Yoga, wie findet man die passende Form für sich und gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern?

Die passende Form findet man, indem man viele verschiedene Stile ausprobiert. Man ist auch nicht immer gleich aufgelegt. Mal will man richtig sportliches Yoga und will sich auspowern, und manchmal braucht man einfach entspannte Dehnung und Zeit zum Abschalten.
Aber noch viel wichtiger als der Stil ist der Lehrer. Erst wenn dir der Lehrer sympathisch ist, wirst du auch beim Yoga dranbleiben. Die Stimme, die Ausstrahlung, das Tempo, der Inhalt der Stunden – alles wichtige Faktoren. Auch ich hatte da viele Fehlgriffe. Ich muss sofort das YouTube Video ausmachen, wenn eine Lehrerin davon spricht ich sei ein Schmetterling, der durch den Wald fliegt oder plötzlich alles so betont, als würde sie zu singen beginnen. Da bin ich raus. Ich mag es authentisch und echt. Aber das ist wie beim Dating – man muss einfach mehrere ausprobieren, bis der richtige Partner dabei ist.

  • Wie bist du zum Yoga gekommen?

Über eine Verletzung beim Thaiboxen in Thailand, eine Weltreise und viele „Zufälle“. Das ist aber eine längere Geschichte. Wen es interessiert, der kann gerne meinen Good Vibes Podcast auf Spotify und Apple anhören. Da erzähle ich meine Geschichte und teile viele meiner Ideen und Eindrücke.

  • Wie hat Yoga deine körperliche und mentale Fitness verändert?

Ich war noch nie so fit wie heute. Yoga ist der ultimative Ausgleich und hilft mir mehr auf meinen Körper zu hören. Ich spüre genau, an welchen Tagen ich im Fitnessstudio hart trainieren muss, wann ein entspannter Lauf das Richtige ist, und wann ich besser rasten und meinem Körper eine Pause geben soll. Durch Yoga bleibe ich im Moment, verbessere so meine Konzentration und somit auch meine Leistung im Sport und im Job.

Ich versuche mich natürlich auch im Yoga regelmäßig zu pushen, mit Übungen wie Handstand und anderen Arm Balancing Posen. Und ich wurde dadurch wesentlich beweglicher. Anfangs konnte ich gerade mal meine Knie berühren, jetzt bin ich weit über die Zehen hinaus – also es ist wirklich für jeden Hoffnung in Sicht!

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