Kaffee, eine der Hauptzutaten im Leben der Italiener

Die Italiener mögen Kaffee sehr gerne. In der Tat, sehr sogar. Tatsächlich empfinden die Bewohner des Bel Paese wahrscheinlich eine ungewöhnliche Liebe für den Saft der am meisten gerösteten Bohne der Welt. Für die Italiener ist Kaffee aber nicht nur „Kaffee“: Auf der Halbinsel kann man mit diesem natürlichen Energiegetränk alles machen. Man denke nur daran, dass „Coffee Soda“ in Kalabrien schon seit Jahren berühmt ist.

Dieses Thema eröffnet ein Universum von Gewohnheiten, die den Touristen oft unbekannt sind. Erinnert ihr euch an das Video, das auf YouTube verbreitet wurde und die Gebräuche der Italiener mit denen der europäischen Bürger verglichen hat? Nun, in dem Teil, der dem Kaffee gewidmet ist, seht iht zunächst eine Szene, in der der Schauspieler, der den europäischen Bürger darstellt, die Bar betritt und einen ganz einfachen Kaffee bestellt. Beim Szenenwechsel „überfallen“ italienischen Schauspieler den Bartresen und bitten um einen Espresso, einen Cappuccino, einen Latte Macchiato, einen Marokkaner und so weiter.

Warum so viel Vielfalt? Weil die Italiener den guten Geschmack lieben. Sie lieben es den – vielleicht sogar illusorischen – Energieschub des Kaffees zu erhalten, denn ohne einen Espresso am Morgen kann ein Tag nicht mit Würde beginnen. Allen nicht-italienischen Lesern müssen wir sagen, dass es sich um eine kulturelle Tatsache handelt: Wenn ihr einen italienischen Freund habt, fragt ihn mal was die prägendsten Erinnerungen aus seiner Kindheit sind und er wird mit ziemlicher Sicherheit antworten: „das Glucksen der Kaffeekanne und der all-morgendliche Kaffeegeruch“.

Also lasst uns diese Vielfalt erforschen und versuchen sie kennen zu lernen. Das italienische Lebenselixier, das morgens an der Theke jeder italienischen Bar zusammen mit einem Croissant nicht fehlen darf.

  • Espresso

Einen Espresso-Kaffee zu bestellen bedeutet, die einfachste, puristischste Wahl zu treffen. Für diejenigen, die die wahre Intensität der Mischung schmecken möchten, ist sie ideal. Genauso wie für diejenigen, die es eilig haben und viel Energie auf einmal haben wollen. Er wird in der klassischen Tasse serviert und entweder bitter (das ist die Wahl eines Puristen) oder gesüßt konsumiert.

  • Macchiato

Einfach ein Espresso mit einem Schuss Milch.

  • Schiumato

Ein Macchiato mit geschlagener Milch.

  • Decaffeinato

Ein köstlicher Espresso ohne Koffein. Ideal für diejenigen, die Kaffee genießen möchten, ohne seine belebende Wirkung zu haben.

  • Lungo

Hier geht es um Zeit. Ein Espresso ist sehr konzentriert: Die Kaffeemaschine extrahiert die notwendige Flüssigkeit in kurzer Zeit, um den typischen Geschmack und die Intensität zu erzielen. Lässt man ihn stärker tropfen, wird der Kaffee lang, mit dem Ergebnis, dass er einen etwas milderen Geschmack und eine mildere Intensität erhält.

  • Doppio

Nicht zu verwechseln mit dem Lungo: Das sind zwei Tassen Espresso in einer. Geeignet für diejenigen, die wirklich nachts gefeiert haben und aufwachen müssen.

  • Ristretto

Im Gegensatz zum Lungo ist das Ristretto ein Kaffee mit wenig Tropfen, Geschmack und starker Wirkung.

  • Caffè con panna

Dies ist ein Espresso, der mit ein wenig Schlagsahne serviert wird.

  • Caffè del nonno (Großvater’s Kaffee)

Il caffè del nonno, oder Kaffeesahne, ist in Bars in Neapel sehr beliebt. Er wird oft im Sommer getrunken und wegen seiner Cremigkeit wirkt er fast wie ein Dessert.

  • Granita di caffè

Im Sommer servieren viele Bars kalten Kaffee oder sogar Granita-Kaffee, ideal für diejenigen, die auch bei niedrigen Temperaturen nicht auf den typischen Geschmack von Espresso verzichten wollen.

  • Caffè Shakerato

Eine großartige Sommer-Alternative zu Granita di Caffè.

  • Cappuccino

Kaffee mit aufgeschäumter Milch (und für diejenigen, die es auch wollen, ein wenig Kakao). Die Italiener sagen, dass Croissant und Cappuccino ein himmlisches Paar sind.

Es gäbe noch viele weitere Varianten, aber dies sind die wichtigsten, die ihr kennen und vor allem ausprobieren solltet. Wir könnten auch noch über die lange Zubereitung des traditionellen hausgemachten Kaffees in Neapel sprechen, über die Arten von Kaffeekannen oder über die Konkurrenz zwischen den Marken, die die Maschinen für Bars auf der ganzen Welt herstellen, aber es würde wirklich ein Buch erfordern, um alles zu behandeln.

Aber schließen wir mit einigen Kuriositäten: Heute gibt es in Italien fast 150.000 Bars, die durchschnittlich 175 Tassen Kaffee pro Tag servieren. Aber wurde die italienische Bar oder das mitteleuropäische Café zuerst geboren? Und hier kommt die Überraschung: Der Trend zum Café als Treffpunkt entstand 1684 in Wien. Also, liebe Italiener, kommt darüber hinweg. Nicht alles, was schmackhaft oder trendy ist, kann in Italien geboren werden!

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