Spotted: Silvesterbräuche in den Falkensteiner Destinationen

Silvestertraditionen sind so vielfältig und bunt, wie der Tanz der Feuerwerksraketen in den luftigen Höhen. Egal, ob Klassiker wie Bleigießen, Fondue oder wilder Monopoly-Marathon – jede Familie entwickelt so über die Jahre seinen ganz persönlichen Silvesterbrauch. Und das ist schön so. Wenn ich an meine Silvesterabende mit der Family zurückdenke, gab’s für mich ein ganz besonderes Highlight zu Silvester: „Dinner for One„, der Kurzfilm aus den 60er Jahren. Jedes Jahr folgendes Szenario: Paps und ich beim Kachelofen, meist mit Süßigkeiten oder Chips ausgerüstet, sahen den legendären Butler James dabei zu, wie er immer wieder auf’s Neue über den Tigerkopf stolpert (oder springt) und seine Aussprache von Schluck zu Schluck immer unverständlicher wird. Tja, der arme Kerl muss auch wirklich viele Drinks aushalten, damit Miss Sophie bei Laune bleibt. Wir haben uns jedes Jahr köstlich amüsiert dabei. 

Weil eben nicht nur die verschiedenen Familien ihre eigenen Traditionen haben, sondern es auch landesspezifische Silvesterbräuche gibt, haben wir uns mal in Österreich, Italien & Kroatien umgesehen:

01 | Österreich – Pummerin & Donauwalzer

Einer der wohl schönsten Traditionen, die Österreich zu bieten hat, ist das Leuten der Pummerin um Punkt Mitternacht und der anschließende Donauwalzer. Sobald die Glocke erklingt, liegen wir uns in den Armen, stoßen mit einem Gläschen Sekt an, wünschen „Prosit Neujahr“ und tanzen gemeinsam im Dreivierteltakt. Einfach nur schön. Für mich ist dieser Moment immer mit maximalen Glücksgefühlen verbunden und endloser Vorfreude auf die neuen Abenteuer.

Neben den Mitternachtsaktivitäten findet man in Österreich auch noch ganz typisch das Bleigießen bei vielen Silvesterfeierlichkeiten wieder – mit Kerze, Löffel und einem Bleiglücksbringer startet das zukunftsvorhersagende Spektakel. Der lustigste Part daran ist, wenn man gemeinsam am Tisch sitzt, meist schon dezent angeheitert von Schaumwein & Co. und dann seiner Fantasie freien Lauf lässt. Ob das meist sehr abstrakte Gebilde wirklich die Zukunft verrät bzw. wegweisend für das neue Jahr ist, ist fast so umstritten wie die Ergebnisse eines Rohrschachtests – ABER das gemeinsame Raten macht einfach Spaß. Neben dem Bleigießen verschenkt man auch gerne Glücksbringer zu Silvester: Kleeblätter, Hufeisen & Rauchfangkehrer sind einige der typischen Symbole.

Verköstigt wird man hierzulande meist mit Fondue und Raclette in den unterschiedlichsten Varianten, da ist meist für jeden Geschmack & Ernährungsvorliebe was dabei. 

02 | Italien – Linsen & Sekt hinter dem Ohr

Hier feiert man Silvester auch meist zuhause in großer Gesellschaft mit einem groß aufgetischten Abendessen, dem „Cenone di Capodanno“. Auch wenn das Menü von Region zu Region unterschiedlich ausfällt, gibt es meist einen Fixstarter am Tisch: Lenticchie (Linsen). Linsen gelten nämlich als glückbringend, da sie wie Münzen aussehen und beim Kochen aufquellen, was symbolisch einen wachsenden Reichtum bezeichnet. Ansonsten wird noch gerne Zampone (gefüllter Schweinefuß) & Cotechino (gekochte Schweinswurst) serviert. To be honest, der italienische Name der Gerichte klingt definitiv besser. 

Mitternacht wird hier auch mit einer Reihe von Feuerwerksraketen gefeiert. Rund um Neapel ist es auch Tradition sein Feuerwerk selbst herzustellen – handmade & Do it yourself ist zwar prinzipiell eine tolle Sache, aber solch gefährliche Dinge sollte man dann doch eher den Profis überlassen. 😉  Ansonsten wird hier auch mit viel Tanz & Gesang das neue Jahr eingeläutet und bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Ansonsten gibt es noch ein paar l
ustige Bräuche:

  • Wer an Silvester rote Unterwäsche trägt, wird im neuen Jahr mit Glück, Gesundheit & Liebe gesegnet! Wichtig: sie muss geschenkt sein, das erste Mal zu Silvester getragen und am Neujahrstag weggeworfen werden – in Anbetracht so mancher Partynacht, erübrigt sich das oftmals von selbst
  • Sich Sekt hinter das Ohr zu streichen soll Glück bringen
  • Neben den Linsen können auch Trauben finanzielles Glück bringen, wenn man sie auf den Tisch legt
  • zu Mitternacht die Augen schließen, Zeige- & Mittelfinger kreuzen und an drei Wünsche denken

03 Kroatien – Geld unterm kopfkissen & scherbenglück

Auch in Kroatien wird zu Silvester groß aufgetischt und Familie & Freunde eingeladen. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es am Silvesterabend meist ein Spanferkel, soll ja auch für alle Gäste reichen. Ansonsten wird auch hier mit viel Tanz & Gesang in das neue Jahr „reingefeiert“.  Und natürlich findet man auch hier fulminante Feuerwerk-Spektakel, vor allem in Zadar, Dubrovnik, Rovinj & Zagreb – das sind alles wunderbare Winterreiseziele.

Sonstige Besonderheiten:

  • Picigin-Spiel an Neujahr in Split. Picigin ist eine „Sportart“ bei der sich. max. 5 Spieler einen Balun (Ball) im seichten Meerwasser zuwerfen – man glaubt es kaum, aber dabei gibt es strikte Regeln, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Wenn das Wetter nicht mitspielt und Bura zu stark weht und Jugo hohe Wellen an die Küste peitscht, fällt das Spiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.
  • Man legt sich ein paar Geldscheine oder Münzen unter das Kopfkissen – dann soll das nächste Jahr finanziell besonders erfolgreich werden.
  • Und dann gibt’s da noch einen kleinen Macho-Aberglauben von früheren Zeiten: Wenn man als erstes von einer Frau „Sretna Nova Godina“, also frohes neues Jahr, gewünscht bekommt, wird man das ganze Jahr lang von Pech verfolgt werden. Um das Pech abzuwenden, hatte man früher Rauchfangkehrer in den frühen Morgenstunden durch die Stadt geschickt. Verrückter Brauch. 

Schön, dass es so vielfältige Arten des Silvesterfeierns gibt. Generell ist der Abschluss eines Jahres immer eine wilde Melange der Gefühle – man blickt einerseits zurück und ist dankbar für all die schönen Ereignisse (okay, das sieht vielleicht heuer etwas anders aus, aber ich bin mir sicher, jeder findet trotz des relativ zachen Jahres mindestens 5 Dinge, für die er auch 2020 dankbar ist) und auf der anderen Seite richtet man seinen Blick bereits Richtung Zukunft. Man träumt sich im Kopf schon zu der ein oder anderen Destination, überlegt was die nächsten privaten oder beruflichen Steps dieses Jahr sind und so weiter.

Und hey, man kann dieses ruhige Silvester heuer doch einfach mal nutzen, um wieder ein Silvester „wie damals“ mit der Family zu feiern – mit Fondue, Monopoly-Eskalationen, Dinner for One und dem ein oder anderen Gläschen Wein.

To new beginnings & new memories! CHEERS!

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