One to One mit Markus Brier

One to One mit Markus Brier

In wenigen Wochen geht der Falkensteiner Golf Cup in die 3.Runde. Die Tour führt quer durch Italien, Österreich, Südtirol und Tschechien bevor es zum großen Finale am Nassfeld geht. Zur Einstimmung haben wir uns deshalb mit dem Falkensteiner Golf Ambassador Markus Brier zu einem interessanten Pläuschchen getroffen.

Herr Brier, während Ihrer aktiven Karriere haben Sie auf vielen verschiedenen Golfplätzen gespielt. Welche davon sind Ihre persönlichen Top 3 und was macht diese Plätze so besonders?

Das ist eine richtig schwierige Frage. Jeder Golfplatz hat seine eigene Faszination und Besonderheiten. Für mich sind vor allem das Layout und der Pflegezustand von Bedeutung. Mein persönliches Ranking der Top 3 Plätze weltweit:

Nummer 1: Real Club Valderrama, Spanien. Der Platz ist immer top gepflegt, die Grüns sind superschnell und stark onduliert, die Fairways sind eng und die Korkeichen lassen keinen Ball durch. Dieser Platz ist richtig schwer zu spielen.

Nummer 2: Kingsbarns, Schottland. Ein toller „junger“ und abwechlunsgsreicher Linksplatz, super Grüns, viele verschiedene Bahnen (lang-kurz, doglegs, …). Wenn es im Sommer hart und trocken ist, dann ist es Linksgolf wie es sein soll

Nummer 3.: Royal Melbourne, Australien. Riesige Grüns, schnell und hart, teilweise breite Fairways, dann wieder eng. Dieser Platz hat alles, was ein guter Golfplatz braucht

Haben Sie spezielle Rituale vor Ihrem ersten Abschlag bei Turnieren? Wie bereiten Sie sich mental auf Turniere vor oder anders gefragt: sind Sie trotz jahrelanger Routine noch nervös?

Ich versuche immer die gleiche Routine vor jeder Runde zu machen: 30 Minuten langes Spiel, 30 Minuten Chippen und Putten, 10 Minuten für Sonstiges und Unvorhergesehenes. Dadurch bekomme ich Ruhe in meine Vorbereitung.

Außerdem spiele ich den ganzen Platz im Kopf durch (meistens schon am Vorabend) und arbeite dabei an meinen Zielbildern und Schlägen. Nervös bin ich gar nicht, eher positiv angespannt, aber so soll es auch sein.

Sie haben schon in jungen Jahren zum Golfspielen begonnen. Heute sind Sie Trainer für den österreichischen Golfnachwuchs. Welche Herausforderungen gibt es für Kinder von heute im Vergleich zu Ihren Anfangszeiten, als Golf noch eine Randsportart war? Welche Ratschläge geben Sie Nachwuchsspielern, die eine Profikarriere anstreben?

Heutzutage ist das Training viel professioneller organisiert. D. h. die Möglichkeiten sind da, um eine erfolgreiche Karriere zu starten. Die größte Herausforderung ist jedoch, konsequent seinen Weg zu gehen. Die Konkurrenz ist größer und stärker geworden, deshalb muss jeder einzelne härter arbeiten, um an die Spitze zu kommen. Talent alleine reicht heute nicht mehr aus – Konsequenz und ein professionelles Umfeld gehören mit dazu um erfolgreich zu werden.

In den letzten Jahren hat sich hinsichtlich Materialentwicklung – sei es bei Schlägern aber auch Bekleidung – sehr viel getan. Mit dem Start jeder Golfsaison gibt es einen noch besseren Driver, eine noch atmungsaktivere Hose. Haben Sie den Eindruck, dass dadurch die eigentliche Sportart in den Hintergrund rückt? Wie wird sich Golf Ihrer Meinung nach generell weiterentwickeln?

Die Materialentwicklung ist schon enorm, aber gerade beim Golf ist der menschliche Faktor noch sehr entscheidend. Golf ist so vielfältig und das Material ist nur ein Teil in diesem riesigen Puzzle. Nachdem die Plätze nicht beliebig verlängert werden können, hoffe ich, dass beim Material (speziell bei den Bällen) die Entwicklung ein bisschen langsamer wird, damit der Unterschied zwischen Pros und Amateuren nicht zu groß wird. Das Spiel selbst bleibt bei trotz technischer Weiterentwicklungen schwierig genug.

Abgesehen vom eigentlichen Ziel, die Runde mit einem super Score abzuschließen, was sind Ihrer Meinung nach weitere Assets beim Golfspielen?

Das Allerwichtigste am Golfplatz ist eindeutig Demut. Man muss akzeptieren lernen, schlechte Schläge zu machen – das passiert jedem Spieler.

Weiters sollte die Selbsteinschätzung realistisch bleiben. Man sollte nur das probieren, was man wirklich kann und auch trainiert hat.

Und auch sehr wichtig: Habe EIN Ziel. Übertriebene Erwartungen sind gefährlich, da man dann sehr schnell und oft frustriert werden kann. Schlechte Schläge sind dann das Resultat.

Wie sieht Ihr perfekter Urlaub aus? Muss ein Golfplatz in der Nähe sein oder lassen Sie Ihre Eisen auch mal daheim?

Im Urlaub denke ich nicht einmal an Golf und meine Schläger bleiben daheim. Zeit mit der Familie, ein schönes Hotel und viel Ruhe sind die Zutaten für meinen perfekten Urlaub.

Und zu guter Letzt: Spielen Sie lieber auf einem Links-Course oder doch eine Minigolfrunde mit Ihren Kindern?

Die Frage ist gemein! Ich liebe Links-Courses, aber genauso die Minigolfrunde mit meinen Kindern. Ich mache einfach beides. Soviel Zeit muss sein.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns schon, Sie beim großen Finale des Falkensteiner Golf Cups am Nassfeld persönlich begrüßen zu dürfen.

Die Freude ist ganz meinerseits, vielen Dank. Ich freue mich schon wirklich auf ein tolles Tourende am Nassfeld.

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