Musikalisch durch den Herbst

Die Blätter verfärben sich. Der Nebel zieht auf. Die Tage werden kürzer – der Herbst zieht übers Land. Mit ihm beginnt auch wieder die Jahreszeit der Melancholie. Passend zu dieser Stimmung, haben wir für euch unsere Lieblingssongs für den Herbst 2020 zusammengesammelt:

1) Paolo Nutini – Autumn

Dieses Lied stammt aus Paolo Nutinis Debütalbum und handelt von Nutinis Großvater, der verstarb, als Paolo 12 Jahre alt war. 
Nutinis Familie besitzt seit Generationen eine Fisch- und Pommesbude in seiner Heimatstadt Paisley in Schottland. Als Nutini noch ein Kind war und seine Eltern im Laden arbeiteten, schickten sie ihn zum Großvater, wo er zum ersten Mal mit Musik in Berührung kam.

Sein Großvater durchlebte zu dieser Zeit die verschiedenen Stadien der Trauer über den Tod der Großmutter und diese Emotionen kanalisierte er in Musik. In einem Interview meinte Paolo mal: „Er saß oft am Klavier, den Kopf erhoben, die Augen geschlossen, und spielte einfach diese schönen Arien aus Aida und anderen Opern. Hin und wieder vergoss er dabei eine kleine Träne. Für mich fühlte es sich an, als ob er dabei nach oben sah und sagte: Ich hoffe, du kannst das hören, Liebling!“

2) Green Day – Wake me up when September ends

Auch dieses Lied handelt in erster Linie von der Trauer über einen geliebten Menschen. Billie Joe Armstrong, Sänger der Band Green Day, schrieb dieses Lied über seinen Vater, der am 1. September 1982 an Krebs starb.

Bei der damaligen Beerdigung weinte Billie, lief nach Hause und schloss sich in seinem Zimmer ein. Als seine Mutter nach Hause kam und an die Tür zu Billies Zimmer klopfte, sagte Billie einfach: „Wake me up when September ends“, daher der Titel.

3) Future Islands – Seasons (Waiting On You)

„Seasons“ ist der Eröffnungstitel des vierten Studioalbums und wurde am 4. Februar 2014 als Lead-Single veröffentlicht. Der Song erhielt viel Beifall von den Kritikern und wurde von Publikationen wie NME, Pitchfork und Spin zum besten Titel des Jahres 2014 gekürt. Im Jahr 2019 wurde er von Pitchfork zum 34. besten Song der 2010er Jahre gewählt und auf Platz 94 der 100 besten Songs der 2010er Jahre von Rolling Stone eingestuft.

 

4) Disturbed – The Sound of Silence

Okay, zugegeben: An diesem Cover scheiden sich die Geister. Doch diese Version von Disturbed ist deutlich herbstlicher als das Original von Simon & Garfunkel. Das Original wurde von Paul Simon in einem Zeitraum von 6 Monaten geschrieben. Der Song behandelt in erster Linie die mangelnde Kommunikation des Menschen mit seinen Mitmenschen.

Und, keine Sorge, liebe Fans von Simon & Garfunkel: Gleich der nächste Herbstsong stammt wieder aus der Feder der beiden Amis – und diesmal haben wir uns tatsächlich für das Original entschieden!

5) Simon & Garfunkel – A hazy shade of Winter

Obwohl der Song 1987 von The Bangles gecovert, zugleich Titelsong des Films „Less Than Zero“ und international ein Erfolg wurde, kann dem Original von 1966 keine Version das Wasser reichen. In diesem Lied scheint der Sänger darüber zu klagen, wie er nach etwas (oder jemandem) Perfekten sucht.

Gefunden hat er es aber nie und jetzt läuft ihm die Zeit für seine Träume davon. Paul Simon schrieb das Lied und verwendet die Jahreszeiten – daher auch passend für den Herbst – als Metapher für den Kreislauf des Lebens.

6) Coldplay – Yellow

Die Farbe Gelb kann viele negative Assoziationen haben („Gelber Journalismus“, „Gelbfieber“, eine „Gelbe Karte“ für ein Foul im Fußball), aber für Coldplay ist es eine schöne Farbe. Laut Leadsänger Chris Martin „lag es einfach daran, dass dieses Wort schön klang, es schien einfach zu passen, kein anderer Grund. Keine der anderen Farben hätte wirklich richtig geklungen!“

Im Text geht es darum, sich jemandem zu widmen, alles für jemanden tun zu wollen: einen Song schreiben, für jemanden durch den Ozean zu schwimmen bespielsweise. Das muss nicht zwingend aus romantischer Hingabe sein, sondern kann auch für jemanden sein, zu dem man aufschaut – eine brüderliche Liebe sozusagen.

7) Earth, Wind & Fire – September

Dass Herbstmusik nicht immer melancholisch, sondern auch aufheiternd sein kann, beweisen die Amis mit ihrem wohl bekanntesten Hit. Allee Willis, die das Lied zusammen mit Maurice White und Al McKay geschrieben hat, beschreibt „September“ als „Joyful Music“.

Funfact: Es gibt viele Theorien über die in der Eröffnungsstrophe besungenen „Nacht des 21. September“. Bis 2018 tappte sogar Allee Willis im Dunkeln – Maurice White, Mastermind der Band, brachte aber schließlich Licht ins Dunkel: Es habe keine wirkliche Bedeutung und wurde ausgewählt, weil es phonetisch gut klang und zum Rhyth­mus passte..

8) U2 – October

Bono erklärte die Inspiration hinter dem Titel (veröffentlicht 1981) einst so: „Wir wurden in den 60er Jahren geboren. Einer Zeit, in der der Materialismus in voller Blüte stand. Wir hatten Kühlschränke und Autos, wir schickten Menschen auf den Mond und jeder dachte, wie großartig die Menschheit ist. Aber die 80er Jahre hingegen waren eine kältere Zeit, Materialismus ohne Idealismus. Quasi ein Herbst ohne Ernte“

Der Songtext spiegelt zudem die christlichen Überzeugungen von U2 wider, als sie als Mitglieder einer frommen religiösen Gruppe kämpften. Damals zogen sie sogar die Auflösung der Band in Erwägung, da sie der Meinung waren, das Projekt könnte mit ihrem Glauben in Konflikt geraten.

Funfact: „October“ wurde nie als Single veröffentlicht, wurde aber dennoch zu einem der beliebtesten Songs von U2.

9) The White Stripes – Dead Leaves And The Dirty Ground

Dieses Lied, der 2011 aufgelösten Band „The White Stripes“, erforscht die Geheimnisse der Liebe. Es geht dabei um einen Mann, der befürchtet, dass sein Leben ohne seinen Geliebten leer und einsam sein wird.

Jack White, Sänger der Band, ist ein großer Fan des Blues, und in diesem Song hat er daher einige Texte aus einem Son House-Song namens „Death Letter“ aufgenommen: „I didn’t feel so bad ‚til the good old sun went down. I didn’t have a soul to throw my arms around.“

10) The Doors – Indian Summer

Dieses Stück wurde durch einen Autounfall in der Wüste inspiriert, als Jim Morrison vier Jahre alt war und seine Familie auf dem Weg nach New Mexico war. Eine Familie von amerikanischen Ureinwohnern wurde verletzt und möglicherweise getötet. Morrison wurde mit den Worten zitiert: „Die Seelen der Geister dieser toten Indianer liefen einfach durch die Gegend, flippten aus und sprangen einfach in meine Seele. Und sie sind immer noch da drin.“ Diese Szene wird am Anfang von Oliver Stones Film The Doors dargestellt.

Wer jetzt so richtig Lust bekommen hat, es sich in einer dicken Decke eingemummelt vor dem Kamin gemütlich zu machen – eine heiße Tasse Tee darf natürlich auch nicht fehlen – dem empfehlen wir mal in unsere gesamte Herbst-Playlist 2020 reinzuhören:

Doch auch für alljene, die den Herbst lieber woanders als in den eigenen vier Wänden verbringen, haben wir einen tollen Tipp: Beim Falkensteiner-Acquapura Spa Break erfahrt ihr ganzheitliche Wohlfühlerlebnisse für jedes noch so individuelle Wellnessbedürfnis. Und das Beste: Spotify lässt sich auch während einer entspannenden Massage gut hören!

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