Eine Ode an die Jogginghose

Man kann sie lieben, man kann sie verachten, nur eines kann man nicht: Ihr ohne Meinung gegenüberstehen. Die Jogginghose beschwichtigt und erhitzt die Gemüter seit jeher. Zum Internationalen Tag der Jogginghose, der 2009 von vier österreichischen Schülern ins Leben gerufen wurde und jährlich am 21. Jänner „gefeiert“ wird, haben wir uns dieses Beinkleid, seine Entstehungsgeschichte und Anekdoten dazu mal genauer angeschaut.

Macht’s euch bequem – welches Kleidungsstück wir euch zum Lesen dieses Artikels empfehlen, liegt auf der Hand. Denn wer macht es sich schon in der Jeans oder der Anzugshose auf der Couch bequem?! 😉

Achtung: Plot Twist

„Jogginghosen sind ein Zeichen der Niederlage. Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“: Das sagte im Jahr 2012 kein Geringerer als Modezar Karl Lagerfeld und wurde spätestens ab diesem Zeitpunkt Sprachrohr für all jene Szenekundler, für die lockere Beinkleider nicht das Maß der modischen Kunst sind. Auch wenn man nicht einer Meinung mit dieser starken Behauptung ist: Als die Jogginghose in den 1920ern erfunden wurde, war ihr Zweck ein anderer als jener, weswegen sie heute hauptsächlich getragen wird.

Athleten sollten sich vor dem Wettkampf bequem strecken und warmlaufen können, um dann Höchstleistungen zu bringen. Der Grundgedanke hinter der Jogger war dementsprechend tatsächlich, Bewegungsabläufe zur Steigerung des Leistungspotenzials auszuüben – eine Denkweise, die heute so manchem Träger nur ein müdes Lächeln abluchst, während er oder sie in Jogginghose vor dem TV sitzt oder liegt und gerade eine Pizza bestellt hat. Während im Fernsehen Sport (oder ein anderes Unterhaltungsprogramm) läuft, natürlich.

Jogger ist nicht gleich Jogger!

Dass sich die Jogginghose im Laufe der Jahrzehnte zu einem universellen Modeaccessoire gewandelt hat, sollte auch dem diesem Kleidungsstück abgeneigten Teil der Menschheit nicht entgangen sein: Längst geht die Palette des Erhältlichen über „die“ klassische Jogginghose (grau, weit geschnitten und mit Bünden an den Knöcheln) hinaus und bietet interessante Modelle in jeglichen Farben und Formen und für jeden Anlass.

Wie mit allen anderen Kleidungsstücken verhält es sich ebenfalls mit Joggern. „Ich trage eigentlich 365 Tage im Jahr Jogginghose. Aber wichtig dabei: Es gibt Jogginghosen – und es gibt Jogginghosen mit Stil“, brachte es zuletzt Profifußballer Danny da Costa auf den Punkt. Und tatsächlich müssen sich modebewusste Menschen beispielsweise zwischen Mode- oder Wind-Jogginghosen, Sweat-, Tear Away- oder Muscle Pants entscheiden.

Gut kombiniert ist halb gewonnen

Betrachtet man das gesamte Erscheinungsbild eines Menschen, geht der Blick verständlicherweise zunächst auf die großflächigen Kleidungsstücke – wie eben auf die Hose. Um ein vollwertiges Erscheinungsbild zu erlangen, benötigt es aber mehr als den Fokus auf die Beine: Wie wird die Jogger eingesetzt, welche verspielte Kombination hat sich der Träger einfallen lassen? Das Gute an der Jogginghose: Sie ist ein wahres Multitalent!

Wer es (zumindest nach außen hin) sportlich mag, dem sei der gute alte Hoodie ans Herz gelegt, der beispielsweise hervorragend zum weiten, grauen Basismodell passt. Ein einfaches Shirt, kombiniert mit einem enger anliegendem Modell, bietet sich hervorragend an, um auf die Schnelle zur Post oder zum Bäcker zu gehen – dank des üblicherweise weichen Stoffes sind Jogginghosen prädestiniert für Taschen mit Reißverschluss, um auch (Klein-)Geld und/oder Schlüssel mitzuführen.

Natürlich bieten sich Jogginghosen jeglicher Couleur auch dafür an, sich im Park mit Kindern auf ein spontanes Fußballspiel einzulassen, als Statist in einem Hip-Hop-Video zu partizipieren oder mit dem Hund spazieren zu gehen. Manche Menschen tragen auch gerne Modelle einer bestimmten Marke, um sie mit Businessschuhen, Lederjacke und Schiebermütze zu kombinieren. Kann man mögen, muss man aber nicht – so ist sie, unsere Lieblingshose!

Vom Bordstein zur Skyline

Kommen wir noch mal auf den im Jahr 2019 viel zu früh von uns gegangenen Karl Lagerfeld zurück. Manchmal liegen auch ausgewiesene Experten falsch und müssen sich dem beugen, was die Mehrheit will – und so überraschte Lagerfeld auf der Pariser Fashion Week 2014 mit von ihm höchstpersönlich entworfenen Jogginghosen. War das Statement von 2012 also nur ein Marketing-Gag? Trug Lagerfeld gar selbst Jogger in Kombination mit seiner unverkennbaren Sonnenbrille?

Wir wissen es ehrlich gesagt nicht, hoffen aber, euch in diesem Artikel die Jogginghose etwas nähergebracht zu haben, solltet ihr sie zuvor noch mit Argwohn betrachtet haben. Solltet ihr schon vorher Fan gewesen sein, hoffen wir, dass ihr das Beinkleid aller Beinkleider auch in Zukunft mit Stolz und Überzeugung tragt. Denn was ihr auch tut: Jogger geht immer. 😉

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