Ein Sommer wie damals…

Seit dem Zeitalter des (mobilen) Internets, der Smartphones und der Laptops hat sich einiges in unserem Reiseverhalten verändert. Keine Destination ist zu weit entfernt, keine Reise zu aufwendig, um den einen Insta-Hotspot zu sehen. Vieles ist einfacher geworden, aber ist es dadurch auch zwangsläufig besser als früher? Wir haben mal in unseren Erinnerungen gekramt, wie wir damals in unseren Jugendtagen unseren Urlaub verbracht haben:

Claudia A. mit Papa
Poloshirt, Schnurrbart, Hausmeisterstrand:

Wie so viele Familien im Wien der späten 80er Jahre gehörten auch wir ganz eindeutig dem Team Italien an. Und wenn ich hier Italien schreibe, dann meine ich das wunderbare Städtchen Jesolo an der oberen Adria. Es war der Sommer 1989: das Lacoste Polo sitzt genauso perfekt wie der Schnurrbart. Über die Jogger sag‘ ich jetzt mal nichts. Es ist die Blütezeit des Hausmeisterstrandes und ich war 4 Jahre alt, als dieses Bild entstand. Ich habe es geliebt. Lange Tage am Strand, Granita in allen erdenklichen Farben und das berühmt berüchtige „Cocobello“, das es an jeder Ecke gab. Das Schönste aber waren immer die Abende. Wenn es kühler und dunkel wurde und die Promenade in Jesolo zum Leben erwachte. Bunte Lichter, Stände mit allerlei Girigari. So viel gab es zu schauen und so viel zu entdecken – und manchmal fuhr ich auch mit einer neuen Barbie heim. Denke ich an unsere Jesolo-Urlaube zurück, denke ich auch automatisch an diese lauen Sommerabende, das lange Aufbleiben und Pizza. Noch heute ist das so, sobald wir durch den Pinienwald nach Jesolo fahren…und ich liebs! <3

Camping, damals wie heute:

Als meine Schwester und ich noch jünger waren, haben uns unsere Eltern jährlich zum Campingurlaub in Griechenland oder Kroatien mitgenommen. Wir waren immer mit dem Auto unterwegs und haben unzählige Unternehmungen gemacht. Zwar kann ich mich an die meisten der Ausgrabungsstätten, Nationalparks und vielen weiteren Ausflugsziele heute nicht mehr so genau erinnern, die Freundschaften, die wir mit anderen Urlauber-Kindern am Campingplatz geknüpft haben, bestehen allerdings zum Teil noch heute.

Sonja F. mit Schwester
Auch Sonja F. mit Schwester

Mittlerweile urlaube ich nur mehr selten mit meinen Eltern und genieße es, wenn ich im Hotel schlafen kann und mich um absolut nichts kümmern muss. Ab und zu fahre ich aber nach wie vor gerne zum Camping. Dann macht es mir auch nichts aus, wenn ich mich selbst versorge, es macht mir sogar richtig Spaß mich damit zu befassen und so nahe der Natur fühle ich mich auch selten. Frühstück mit frischem Obst im Schatten der Pinienbäume direkt vor dem Zelt, ein lauer Wind durch die Baumkronen und das Meeresrauschen im Hintergrund: eigentlich wie damals.

Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr…

So oder so ähnlich muss wohl die Devise meiner Eltern gelautet haben. Denn wie sonst lässt es sich erklären, dass wir Jahr für Jahr, und ich rede von rund 10 Jahren am Stück, an den Faaker See gefahren sind? Versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe den Faaker See – wie generell alle Kärntner Seen – und den Urlaub dort habe ich mehr als genossen!

Es hat uns einfach an nichts gefehlt: Sand zum Sandburgen bauen, ein kristallklares Wasser zur Abkühlung, jede Menge Kinder, um neue Freundschaften zu knüpfen und die alljährliche Routine zu wissen, den Urlaub verbringt man in vertrauter Atmosphäre mit der Familie und vielen, lieben Freunden.

Nichts davon möchte ich eine Sekunde missen, obwohl ich mittlerweile auch das Meer sehr zu schätzen und lieben gelernt habe und sich meine Urlaubsvorlieben in Richtung „Ich entdecke die Welt“ gewandelt haben. Aber wer weiß, vielleicht ist der heurige Sommer ein Startschuss zur Renaissance für Urlaub daheim.

Stefan am Faaker See
Susanne in Jesolo
Jesolo – amore mio, per sempre!

Schon als kleines Mädchen gab es nichts Schöneres als Samstag früh um 5 Uhr noch schlafend von meinen Eltern ins Auto gepackt zu werden. Die Nacht davor habe ich fast nichts geschlafen vor lauter Aufregung, denn – endlich – der alljährliche Familienurlaub in Jesolo stand vor der Türe. Von Graz aus ging es dann mit dem obligatorischen Zwischenstopp an der Raststation Arnoldstein in Richtung Süden (Tanken! Jause! Klopause!). Und wenige Stunden später waren wir endlich am Ziel: Jesolo! Strand! Eis! Sandburg! Sala Giochi! Pizza! Coco bello! Nudeln mit Tomatensauce! Das allerbeste am Urlaub war aber immer, dass quasi meine ganze Familie – Oma, Opa, Tanten & Onkel – mit von der Partie war. Langeweile kam da keine auf.

Und weil ich diese Urlaube so geliebt habe und gemeinsame Zeit einfach durch nichts ersetzt werden kann, setze ich diese Familientradition heute fort: Samstag früh um 5 Uhr packe ich meine beiden Neffen ein, im zweiten Auto finden sich Oma, Opa, Tanten und Onkel ein und… ab geht’s in den Süden! Zwischenstopp in Arnoldstein bitte nicht vergessen! Unser Reiseziel? Natürlich… Jesolo, amore per sempre.

Am Ende unserer früheren Reisestories lässt sich festhalten: Vieles war anders. Vieles war auf Routine aufgebaut. Aber gleichzeitig zu sagen, es war besser, wäre zu einfach. Eines ist aber sicher: Bei Urlaub heute wie damals gibt immer was zu erzählen und viele Sachen bleiben uns für lange, lange Zeit in freudiger Erinnerung!

Close
Close