6 gute Tipps gegen den Lagerkoller

Wir alle erleben gerade herausfordernde Zeiten – sowohl jene, die gerade Übermenschliches leisten, um unsere Infrastruktur aufrechtzuhalten bzw. um Patienten zu versorgen, als auch Familien, die jetzt den Spagat zwischen Job und Kinderbetreuung in den eigenen vier Wänden schaffen müssen. Doch die Isolation daheim ist auch für Paare und besonders für Singles/Alleinlebende nicht einfach. Was tut man also, wenn man plötzlich mit dem Partner 24 Stunden am Tag zusammen ist oder wenn man gerade niemanden hat, mit dem man sich austauschen kann? Wir haben hier einige wertvolle Tipps, um nicht dem Lagerkoller zu verfallen:

1) Planung ist das halbe Leben!

Ja, wir alle kennen das. Die ersten 1 bis 2 Wochen ist es einfach herrlich nicht mehr zur Arbeit zu müssen, die Couch ist der verlockende neue Arbeitsplatz und wen kümmert es, wenn wir bis am Nachmittag in unserem Pyjama vor dem PC sitzen? Ja, eine Zeit lang ist das lustig und Netflix versüßt diese Pläne dann auch noch mit entsprechendem Chill-Programm. Doch spätestens nach der dritten Woche merken wir rasch, dass uns ein geregelter Tagesablauf eigentlich ganz gut tun würde. Drum: macht euch einen Plan. Teilt euren Tag in verschiedene Abschnitte ein, wie z.B. Regelmäßig um 09:00 Uhr aufstehen und frühstücken, 10:00 – 12:00 Uhr Home Office, 12:00 – 13:00 Uhr Mittagessen, 13:00 – 14:00 Uhr Zeit für Entspannung, 14:00 – 16:00 Uhr Home Office Runde 2, 16: – 17:00 Uhr Sport oder Meditation daheim, im Garten oder bei einer Runde um den Häuserblock, 17:00 – 18:00 Uhr kreativ sein… also ihr seht worauf das hinausläuft. So habt ihr etwas vor, einen Grund morgens aus dem Bett zu steigen und motiviert in den Tag zu starten.

2) Home-Bucket-List

Jeder von uns hat im Kopf eine lange Liste von all den Dingen, die wir immer schon mal tun wollten, wenn wir bloß genug Zeit dafür hätten: den Kleiderschrank ausmisten, das Buch endlich lesen, das man sicher vor einiger Zeit gekauft hat, die Wände neu dekorieren usw.

Schreibt euch diese Dinge auf – alles, was wir zu Papier bringen, wird klarer für uns und hilft dabei nichts zu vergessen. Die unfreiwillige Isolation verschafft uns nun die Zeit und die Ruhe, Dinge für uns selbst zu tun, die wir sonst immer lange aufgeschoben haben. Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, was man schon lange wollte sorgt für eine große Portion Glückshormone!

3) Freunde & Familie

Gerade jetzt, wo wir sie am meisten brauchen würden, dürfen wir sie nicht sehen: unsere Freunde und Familie. Die moderne Technik macht es jedoch zum Glück möglich, unsere Liebsten zumindest über den Bildschirm-Screen zu sehen und sich mit ihnen auszutauschen. Macht euch feste Zeiten oder Tage in der Woche aus, an denen ihr telefoniert und nehmt euch dann ganz bewusst Zeit, das auch zu genießen. Geht auch die Liste in eurem Telefonbuch durch und schaut mal, ob es da nicht die ein oder andere Person gibt, von der ihr länger nichts gehört habt, die ihr schon lange mal wieder anrufen wollte, frischt alte Kontakte auf und ihr werdet ganz schnell feststellen, dass ihr viel weniger alleine seid, als ihr glaubt.

4) Tut euch selbst etwas Gutes

Auch in den eigenen vier Wänden, können wir mit einfachen Mitteln für unser Wohlbefinden sorgen. Ihr liebt gutes Essen? Macht euch einen Plan (ja, die immer mit ihren Plänen! 😛 ), was ihr gerne kochen bzw. essen wollt, kauft entsprechend ein und zaubert euch eure Lieblingsspeisen, die ihr vielleicht sonst nur im Restaurant esst, einfach selbst auf die Teller.

Verwöhnt euch mit einem schönen Schaumbad (allein oder mit Partner, wenn gewünscht).

Hört euer Lieblingsalbum mindestens einmal komplett durch. Wenn ihr gerade das Shoppen vermisst, dann bestellt euch die Lieblingsteile nach Hause, macht eine Wohnzimmer-Fashionshow und freut euch jetzt schon auf die Zeit, in der ihr die Sachen im großen Stil ausführen zu könnt. Schaut euch eure Lieblingsserie an oder werdet kreativ. Das wichtigste ist, dass ihr Dinge tut, die euch persönlich gut tun.

5) Plant eine Reise

Klar, in Zeiten wie diesen fällt es uns schwer an den nächsten Urlaub zu denken. Vielleicht seid ihr auch gerade erst dabei, eure bereits gebuchten Reisen schweren Herzens zu verschieben oder sie wurden sogar storniert. Doch eines steht fest: es wird wieder eine Zeit geben, in der wir unbeschwert reisen können. Und wer keine Lust auf Fernreisen und Flugzeuge hat, der kann ganz bequem im eigenen Land Urlaub machen. Doch da wäre natürlich noch die Frage: wie plane ich eine Reise, wenn jetzt noch alles ungewiss erscheint?

Die Lösung ist ganz einfach. Viele Hotels bieten Urlaubsgutscheine an, die meistens unbegrenzt einlösbar sind. So kauft man sich und seinen Lieben im Handumdrehen eine große Portion Vorfreude, die unseren Serotonin-Spiegel rasant ansteigen lässt. Und wenn ihr euch wieder wohl und sicher fühlt, um zu verreisen, könnt ihr sie jederzeit in eurem Lieblingshotel einlösen. Eine gute Übersicht über Hotels in Österreich, die Urlaubsgutscheine anbieten findet ihr hier: www.urlaubsfreunde.at

6) Nichts muss, alles kann

Das Wichtigste zum Schluss: ihr könnt und dürft, alles was ich hier vorgeschlagen habe ignorieren. Ja, ihr lest richtig. Vorausgesetzt, es ist das, was ihr wollt. Denn in dieser schwierigen Zeit ist es besonders wichtig, auf unsere Bedürfnisse und unser Bauchgewühl zu achten. Nicht jeder hat jetzt schon die Energie, Dinge anzupacken, eine neue Sprache zu lernen, Sport zu machen und neue Rezepte auszuprobieren. Jeder lernt gerade in seinem oder ihren persönlichen Tempo mit der neuen Situation umzugehen. Daher ist es auch wichtig, dem Partner diese Zeit einzuräumen und keinen Druck auszuüben. Wer es momentan gerade so schafft, aus dem Bett zu kommen und sich anschließend auf der Couch verkriechen möchte, der darf auch das. Auch Nichtstun ist erlaubt. Und wer es vor Hummeln im Hintern nicht erwarten kann, die ganz Wohnung umzukrempeln: go for it! Alles, was euch gut tut, ist richtig und wird euch helfen, die Situation in eurem Sinne am besten zu meistern.

Und bevor gar nichts mehr geht und ihr jemanden zum Reden braucht, gibt es Tag und Nacht Hotlines, mit Menschen am anderen Ende der Leitung, die genau dafür da sind, euch zuzuhören und euch in der Gewissheit zu bestärken, dass ihr nicht alleine seid. Hier ein paar ausgewählte Helplines:

  • Ö3-Kummernummer (täglich zwischen 16 und 24 Uhr, kostenlos): 01/116 123
  • Österreichweite Telefonseelsorge (rund um die Uhr, kostenlos): 142
  • „Rat auf Draht“ (rund um die Uhr, kostenlos, für Kinder & Jugendliche): 147
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