Das Fastenbrechen – Ende der Fastenzeit

40 Tage dauert die christliche Fastenzeit mit Beginn am Aschermittwoch und dem Ende zu Ostern. Doch was bedeutet 40 Tage Fastenzeit? Bedeutet es nur zu hungern? Nein, Fasten ist der bewusste Verzicht, schafft Raum für den Blick nach innen, nach außen, nach hinten, nach vorne und den Blick nach oben. Adriana Marchetti, General Manager im Falkensteiner Hotel Schladming, hat euch im ersten Teil der Blog-Serie bereits Einblick gegeben in ihre Entscheidung heuer einen Ausbildungs-Lehrgang zur „spirituellen FastenbegleiterIn, zu machen. Im 2. Teil lässt sie euch teilhaben an ihren Gedanken zur Fastenzeit, zum Verzicht und zum anschließenden wieder Heranführen des Körpers an normale Nahrung – durch das Fastenbrechen:

Die bald nahenden Osterfeiertage läuten das Ende der 40-tägigen Fastenzeit ein. Wie ist es euch ergangen? Wie viele Träume vom Schlaraffenland hattet ihr in dieser Zeit? Habt ihr euch auch eine Liste mit Leckereien gemacht, auf die ihr euch nach dem Ende des Verzichts regelrecht stürzen wollt? Schokolade, Kuchen, Alkohol, Fleisch? Doch genau das schadet dem Körper mehr, als man denkt. Je nach Länge des Fastens, und natürlich auch nach der Strenge, hat sich der Körper das entbehrte „Lustobjekt“ bereits abgewöhnt. Es ist der Kopf, der danach schreit. Doch der Körper ist erst einmal überfordert. Vor allem nach einem längeren Heilfasten ist es so, dass die Produktion von Verdauungsenzymen eingestellt wurde. Um also die Verdauung wieder anzukurbeln, wird zum Fastenbrechen eine leichte Kost, also Schonkost, empfohlen.

Traditionell wird nach vielen Fastenkuren als erste Nahrung ein Bratapfel gegessen. Könnt ihr euch vorstellen, wie köstlich ein Bratapfel aussehen, riechen, schmecken und sich im Mund anfühlen kann? Probiert es doch einfach mal aus.

Auf was auch immer ihr in den letzten Tagen verzichtet habt, nehmt euch Zeit für das Vernaschen eures langersehnten Lustobjektes:

schaut es euch an, riecht daran, befühlt es mit euren Händen (sofern möglich) und erst dann nehmt einen ersten Bissen oder Schluck und lasst diesen wahrhaftig im Mund zergehen.  Und? Schmeckt es so, wie ihr es in Erinnerung hattet? Nein? Es schmeckt euch nicht mehr?! Wunderbar, dann nehmt es zur Gelegenheit, euch diese (schlechte) Angewohnheit abzugewöhnen. Besser? Na dann, genießt es weiterhin – in Maßen nicht in Massen! Denn bekanntlich macht ja die Dosis das Gift.“

Suppe zum Fastenbrechen

Wem zum Fastenbrechen ein Bratapfel zu deftig ist, der kann auch ganz klassisch eine Suppe probieren, um den Körper langsam wieder an normale Nahrung zu gewöhnen, ohne ihn dabei zu überfordern.  Wie ihr eine selbst aufgekochte Fastensuppe nach Rezept unseres Küchenchefs in Schladming, Bernd Maier, zubereiten könnt, verrate ich euch nachfolgend:

Zutaten für 4 Portionen

Vorbereitungszeit: ca. 10 Minuten
Kochzeit: ca. 30 Minuten

  • 1 Ltr. Wasser
  • 60 g Pastinake geschält und klein gewürfelt
  • 60 g Fenchel geschält und klein gewürfelt
  • 60 g Sellerie klein gewürfelt
  • 60 g Kartoffel geschält und klein gewürfelt
  • 60 g Karotte geschält und klein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen – schälen und fein gewürfelt
  • 2 Salbeiblätter fein geschnitten
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 g Ingwer fein gewürfelt
  • 1 Stiel gezupfter Thymian
  • 1 kleiner Stiel Rosmarin
  • 4 Wacholderbeeren
  • 1 Zweig Liebstöckel fein geschnitten
  • 1 Prise ganzer Kümmel
  • 1 Prise Muskatnuss frisch gerieben
  • 1TL Tomatenmark
  • 1TL Zitronensaft
  • Nach Belieben etwas Chili
Zubereitung:

Alle Zutaten mit dem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Die Suppe ca. 20 Min. leicht köcheln lassen und anschließend warm servieren.

Tipp:

Gebt frische Kräuter, wie zum Beispiel Schnittlauch und Petersilie, kurz vor dem Servieren in die Suppe. Das verleiht nochmal extra Aroma. Übrigens: Diese Suppe könnt ihr übrigens auch zum Fasten nehmen, wenn ihr die feste Einlage absiebt.

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