Sonnenaufgangswanderung auf den Peitlerkofel in Südtirol

Früh aufstehen, um zum Sonnenaufgang auf einem Berggipfel zu stehen, lohnt sich immer – besonders in den Dolomiten. Wenn die schroffen Felswände ins weiche Morgenlicht getaucht werden und sich der Himmel rosa-orange färbt, dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir haben die beliebte Wanderung auf den Peitlerkofel in der Nähe des Ferienorts Kronplatz zum Sonnenaufgang bewältigt und möchten euch diese Tour in diesem Artikel auf jeden Fall ans Herz legen.

Zugegeben, die Wanderung mit versichertem Steig auf den Peitlerkofel-Gipfel ist kein Spaziergang und mit 1.000 Höhenmeter nicht unbedingt prädestiniert für eine Sonnenaufgangswanderung. Es handelt sich schließlich um eine mittelschwere Bergtour, bei der auf jeden Fall Trittsicherheit erforderlich ist. Unsere bisherigen Sonnenaufgangstouren waren eher kürzer und auch technisch einfacher, denn mit Stirnlampe muss man natürlich aufpassen, wo man hintritt.

René, der Experience Concierge im Falkensteiner Hotel Kronplatz, hat uns allerdings die Wanderung auf den Peitlerkofel zum Sonnenaufgang empfohlen. Er selbst war mit Gästen schon unzählige Male auf dem Gipfel. Als er uns Bilder von dieser Tour zeigte, waren wir überzeugt – „Okay, lass uns morgen um 2 Uhr den Wecker stellen, let´s do it!“. Wir hoffen, dass ihr euch bei den Bildern in diesem Artikel gerade dasselbe denkt.

Wir sind an dem Abend etwas früher ins Bett gegangen, damit wir zumindest ein paar Stunden schlafen konnten. Um 2 Uhr hat der Wecker geklingelt, um 2:15 Uhr haben wir die Tiefgarage verlassen. Vom Hotel bis zum Ausgangpunkt der Wanderung fährt man ca. 40 Minuten. Nachdem wir um 3 Uhr morgens losgelaufen sind, standen wir nach einem 2,5-stündigem Aufstieg pünktlich um 5:30 Uhr zum Sonnenaufgang am Gipfel (Stand Ende Juni) und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

TOURENDATEN

Strecke: 11,8km
Gehzeit Aufstieg: 2:30h
Gehzeit Abstieg: 2:00h
Höhenmeter: ca. 1.000hm
Technik: 🔴🔴🔴🔴🔴⚪
Kondition: 🔴🔴🔴⚪⚪⚪
Landschaft: 🔴🔴🔴🔴🔴🔴
Startpunkt: Wanderparkplatz Würzjoch/Börz (in Google Maps öffnen)

Startpunkt der Wanderung ist der gebührenpflichtige Wanderparkplatz beim Würzjoch. Um 3 Uhr morgens war noch niemand da, doch ab 7 Uhr kassiert hier der Parkwächter 5€.
Das erste Wanderschild ist mit der Stirnlampe schnell gefunden. Anfangs folgt man ca. 20 Minuten einer breiten Forststraße (Weg 8A) bis zur Hütte Munt de Fornella. Im Dunkeln kann man die Hütte und den genialen Ausblick auf die gewaltigen Nordwände des Peitlerkofels nur erahnen, dafür ist man beim Abstieg umso erstaunter, dass man dort oben gerade noch stand.

Weiter geht’s über einen zuerst schmalen, teilweise abschüssigen Wanderpfad und dann einer steilen Scharte, die halb um den Peitlerkofel führen. Hier kommt man auf alle Fälle gut ins Schwitzen, selbst wenn das Thermometer nur wenige Grad anzeigt. Bei der Wegkreuzung an der Peitlerscharte folgt man links dem Weg 4B. Nun werden über einige steile Kehren noch mehr Höhenmeter gemacht.

Es wird immer alpiner und nach ca. 2 Stunden erreicht man den Sattel zwischen Großem und Kleinem Peitlerkofel. Das letzte Stück hoch zum Großen Peitlerkofel führt nun über einen mit Stahlseilen und Tritten versicherten Steig. An der Stelle ist absolute Schwindelfreiheit und gute Trittsicherheit erforderlich.

Hinweis: Wer nicht viel Bergerfahrung hat, sollte für den versicherten Steig ein Klettersteigset nutzen und/oder eine geführte Tour buchen. Alternativ kann man auch nur auf den Kleinen Peitlerkofel aufsteigen und sich die Kletterei sparen, allerdings sieht man dann den Sonnenaufgang nicht richtig.

MAGISCHER GIPFELMOMEMT

Beim Hochklettern konnten wir unsere Stirnlampen endgültig ausmachen, denn es wurde immer heller. Hinter uns färbte sich der komplette Himmel rose-orange und aus der Ferne konnten wir sogar die gletscherbedeckte Marmolata erkennen, die höchste Bergkette in den Dolomiten. Wir mussten uns immer wieder umdrehen, da wir selten so ein einmaliges Licht in den Dolomiten gesehen haben. Nach ca. 20 Minuten klettern erreichten wir den Gipfel. Endlich konnten wir einen Blick Richtung Osten werfen und waren überglücklich, dass wir die ersten Sonnenstrahlen des Tages noch nicht verpasst hatten.

Vom 2.875 Meter hohen Gipfel des Peitlerkofels war die Aussicht gigantisch. Im Tal hingen teilweise noch ein paar Wolken und der Himmel rund um die Bergketten im Süden war einfach nur magisch. Nachdem die Sonne aufging, verschwand das pink-orange Licht schnell wieder und wir durften die ersten Sonnenstrahlen des Tages auf der Haut spüren. Das tat ziemlich gut, denn am Gipfel war es deutlich windiger und kälter als beim Aufstieg. Bei uns hatte es gerade einmal 5 Grad. Also vergesst nicht eine warme und winddichte Jacke, sowie Mütze und Handschuhe einzupacken.

Nachdem wir diesen Gipfelmoment tief in unser Herz geschlossen hatten, folgte der Abstieg. Außer bei dem versicherten Steig ging der Weg bergab sehr zügig. Es war großartig, die Bergkulisse und den Weg plötzlich nochmal bei Tageslicht zu sehen. Zurück zum Auto haben wir ca. 2h gebraucht. Angekommen im Hotel freuten wir uns dann erstmal über das grandiose Frühstück des Falkensteiner Hotels Kronplatz und den riesigen Spa-Bereich, in dem wir den restlichen Tag entspannten und etwas Schlaf nachholten.

AUSRÜSTUNG FÜR EINE SONNENAUFGANGSWANDERUNG AUF DEM PEITLERKOFEL

  • Stirnlampe
  • Gutes Schuhwerk
  • Warme Kleidung (Windbreaker, am Gipfel ist es immer kälter)
  • Wechselshirt (damit man am Gipfel nicht friert)
  • Snacks
  • Wanderstöcke
  • Kletterhandschuhe, Mütze/Stirnband
  • Klettersteigset (für letztes seilversichertes Stück)

Tipp: Schaut euch vor der Wanderung unbedingt auch nochmal die genaue Route an und ladet euch (wenn ihr alleine unterwegs seid) eine Wanderkarte mit GPS-Tracker herunter.

Wenn auch ihr solch eine unvergessliche UNIQUE. MOUNTAIN. EXPERIENCE. am Kronplatz erleben wollt, dann bucht doch am besten gleich euren Aufenthalt. Früh aufstehen lohnt sich – glaubt uns!

Falkensteiner Hotel Kronplatz

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