Das erste Mal in der Kletterhalle: Was ihr als Anfänger wissen solltet

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Nina & Tom
„Die Welt ist zu schön, um zuhause zu bleiben!“ – Das ist das Motto der beiden Outdoor-Enthusiasten. Wie wäre es trotz Job und begrenzter Urlaubszeit dem Alltag so oft wie möglich zu entfliehen und Abenteuer zu erleben? Kommt mit und verliebt euch mit den beiden in die schönsten Gipfel und Ozeane dieser Welt.

Ihr wolltet schon lange die Sportart Klettern ausprobieren, wart aber selbst noch nie in einer Kletterhalle? Kein Problem. Damit ihr wisst, was auf euch zukommt, verraten wir euch, was ihr wissen solltet über hilfreiche Kurse und die notwendige Ausrüstung.

Klettern in der Halle ist auf jeden Fall eine super Sportart, die den kompletten Körper fordert und das Körpergefühl verbessert. So viel schon mal vorweg: Kraft ist beim Klettern nicht alles – Schritt für Schritt verbessert sich auch die Technik und die mentale Stärke, sodass Klettern einfach noch mehr Spaß macht. Wenn ihr die Basics erst mal erlernt habt, könnt ihr euch überall austoben, denn Kletterhallen gibt es wirklich überall, teilweise sogar in Hotels.

UNTERSCHIED ZWISCHEN KLETTERN UND BOULDERN

Als allererstes müsst ihr wissen, dass viele Kletterhallen neben normalen Kletterwänden, die gerne mal über 10 Meter hoch sind, auch Boulderbereiche anbieten. Auch reine Boulderhallen sind keine Seltenheit. Bouldern und Klettern wird beim Eintritt in die Halle auch unterschiedlich bepreist. Einem Einsteiger ist der Unterschied oft nicht ganz klar, deshalb erklären wir ihn euch kurz.

Bouldern: Die Kletterwände sind meist unter 4 Meter, deshalb wird keine Seilsicherung benötigt. Das Einzige was ihr braucht sind Kletterschuhe. Im Falle eines Sturzes sorgt eine weiche Bodenmatte für eine sanftere Landung. Beim Bouldern werden verschiedenfarbige Routen geklettert, um die Technik und Kraft zu verbessern oder um als Anfänger ein Gefühl für die Sportart zu bekommen. Bouldern funktioniert auch ohne Partner und ist daher super für alle Einsteiger geeignet.

Klettern: Um die 10-20 Meter hohen Kletterwände in der Halle zu bezwingen, braucht ihr immer einen Partner, der euch sichert. Kenntnisse über die notwendige Ausrüstung, Sicherung und Technik sind hier zwingend notwendig. Deshalb empfehlen wir jedem Anfänger auch einen Kurs zu machen, damit er die nötigen Grundlagen erlernt.

Info: Die folgenden Tipps beziehen sich immer auf das Klettern und nicht das Bouldern.


AUSRÜSTUNG

Welches Equipment bzw. welche Ausrüstung benötigt man nun, um in der Halle zu klettern? Während ihr beim Bouldern theoretisch nur Kletterschuhe benötigt, braucht ihr für das Sportklettern an der hohen Wand schon etwas mehr.

  • Kletterschuhe: Die leicht gebogenen Schuhe sind vorne verstärkt und ansonsten sehr enganliegend. Beim ersten Mal werdet ihr sie verfluchen, denn es gibt durchaus bequemere Schuhe, aber man gewöhnt sich daran. Wenn ihr euch Schuhe leiht, nehmt anfangs lieber eure normale Größe, auch wenn immer empfohlen wird sie eine Nummer kleiner zu nehmen.
  • Klettergurt: Achtet darauf, dass der Klettergurt gut sitzt, es gibt auch hier verschiedene Größen.
  • Kletterseil: Anfangs werdet ihr nur Routen nachklettern, bei denen das Seil bereits oben in der Sicherung hängt (Toprope). Wenn ihr später selbst das Seil einhängt (Vorstieg), benötigt ihr ein 50 Meter Seil.
  • Sicherungsgerät: Derjenige, der den Kletterer in der Halle sichert und unten steht, benötigt ein Sicherungsgerät, das mit dem Seil verbunden wird. Hier gibt es verschiedenen Systeme. Für Anfänger eignet sich ein „halbautomatisches Sicherungsgerät“, das im Falle eines Sturzes automatisch blockiert.
  • Magnesium: Wenn ihr leicht schwitzt an den Händen, besorgt euch Magnesium und einen kleinen Beutel, damit ihr die Klettergriffe besser greifen könnt. Achtung: In einigen Kletterhallen ist mittlerweile nur flüssiges Magnesium erlaubt.

Keine Sorge, wenn ihr als Anfänger noch keine Ausrüstung besitzt, könnt ihr euch in den meisten Hallen alles Notwendige ausleihen.


SCHWIERIGKEITEN BEIM KLETTERN

Wie schwierig das Klettern ist, hängt von den sog. Kletterrouten ab, die jeweils aus gleichfarbigen Griffen bestehen. Der Abstand zwischen den Griffen, die Form bzw. „Griffigkeit“ und der Neigungsgrad der Wand (Überhang) bestimmen dann die Schwierigkeit der Route, die unten an der Wand jeweils beschrieben wird.
Funfact: Oft werden den Kletterrouten zusätzlich lustige Namen gegeben, wie „Schweizer Käse“, „Spiderman“ oder „Pipifax“.

Was ihr euch merken solltet: Die Schwierigkeitsskala reicht in der Kletterhalle von 1-12, wobei 1 die einfachste Stufe darstellt und 12 das absolute Profiniveau. In den Kletterhallen findet ihr meistens Routen zwischen 3-10. Bei der gängigen UIAA-Bewertung gibt es auch Zwischenstufen, die mit „-„ und „+“ gekennzeichnet werden. Eine „4-„ orientiert sich eher an einer „3“ und ist leichter als eine „4+“, die schon eher zur Schwierigkeitsstufe „5“ tendiert.

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Was die Schwierigkeit beim Klettern angeht, macht es einen großen Unterschied, ob das Seil bereits oben eingehängt ist, oder ob der Kletterer das Seil mit einer Hand selbst in den Sicherungshaken/Karabiner einhängen muss. Deshalb unterscheiden man beim Klettern zwischen folgenden Varianten:

Vorstieg: Es hängt noch kein Seil in der Wand. Der Kletterer muss das Seil selbst mit einer Hand in die Karabiner einhängen. Beim Sturz hält ihn der letzte eingehängte Karabiner.

Nachstieg / Klettern am Toprope Seil: Viel einfacher für Anfänger ist es, wenn das Seil bereits in der obersten Sicherung hängt. Somit wird die Fallhöhe deutlich reduziert und der Kletterer hat beide Hände frei zum Klettern. In vielen Hallen hängen bereits mehrere Seile in der Wand (Toprope), auf die Anfänger ohne Vorstieg-Erfahrung zurückgreifen können.


WIE FÄNGT MAN AN?

Wir würden jedem Anfänger auf jeden Fall empfehlen, zu Beginn einen Kletterkurs zu buchen oder die Halle mit einem sehr erfahrenen Kletterfreund zu besuchen. An der Kasse wird oft nach den Kletterkenntnissen gefragt, die Haftung und die Verantwortung liegt allerdings immer beim Kletterer. Das lassen sich die Hallenbetreiber schriftlich bestätigen. Ihr braucht also keinen Kletterschein oder Kursnachweis, um eine Halle zu nutzen, aber ihr müsst wissen, wie ihr richtig sichert und das (Leih-)Equipment nutzt.

Sucht am besten online nach einer Kletterhalle in eurer Nähe und erkundigt euch, wann der nächste Einsteigerkurs oder Schnupperkurs stattfindet.

Kursinhalte:

  • Klettergurt richtig anziehen
  • Anseilknoten erlernen (sog. „Achterknoten“)
  • Selbstkontrolle/Partnercheck
  • Toprope sichern und Sturz halten
  • Basics Klettertechnik (aus der Kraft der Füße klettern, lange Arme,…)
  • Kontrolliertes Ablassen
  • Sturztraining
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FAZIT

Klettern mag auf den ersten Blick etwas kompliziert erscheinen, aber lasst euch davon nicht abschrecken. Diese Sportart bringt für jeden – egal ob jung oder alt – viele positive Nebeneffekte mit sich und macht wirklich sehr viel Spaß, sobald man die Grundlagen verstanden hat. Klettern stärkt nicht nur Rücken-, Bauch- und Armmuskulatur, sondern fördert auch die Beweglichkeit und den Gleichgewichtssinn. Nach einer erfolgreich gekletterten Route könnt ihr euch schon mal auf ein paar Endorphine (Glückshormone) freuen. Und keine Sorge: Wenn ihr einen Kletterpartner habt, auf den ihr euch verlassen könnt und der euch richtig sichert, kann beim Klettern in der Halle nichts passieren.

Wir persönlich lieben das Klettern in der Halle vor allem im Winter oder auch während des Winterurlaubs. Statt Skifahren oder Wellnessen, suchen wir uns gerne mal eine Kletterhalle oder noch besser: Ein Hotel mit Kletterwand. Eine Indoor Kletterwand findet ihr beispielsweise im Falkensteiner Club Funimation Katschberg oder im Falkensteiner Hotel Kronplatz in Südtirol.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keinen Einsteigerkurs für das Klettern in der Halle, den wir jedem zu Beginn empfehlen.

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