Balance Board: Top oder Flop – Was bringt es wirklich?

Surfen im Wohnzimmer oder Garten? Ja, das ist möglich mit einem sogenannten Balance Board. Vielleicht habt ihr auf Social Media schon mal ein Video gesehen, bei dem jemand ein Brett auf eine wackelige Rolle legt und versucht die Balance zu halten. Wir haben den Trend etwas genauer unter die Lupe genommen und wollten wissen, ob das Balance Board nur als Trockenübung zum Surfen oder Skaten geeignet ist oder ob ein Training mit dem Brett noch mehr bringt. Für wen ist ein Balance Board geeignet und wie schwierig ist es für einen Anfänger auf dem Brett zu stehen? Wir haben uns der wackeligen Angelegenheit gestellt und verraten euch, was ein Balance Board wirklich bringt.

WAS IST EIN BALANCE BOARD?

Beim Balance Board handelt es sich um ein Holzbrett auf einer wackeligen Oberfläche. Sowohl das „Board“ als auch die Beschaffenheit und Form der Balancefläche können stark variieren.

Während für Fitness- und Reha-Zwecke meist runde „Boards“ mit einer kugelförmigen Balancefläche verwendet werden, wollen wir diesen Artikel den Balance Boards widmen, die einem Skateboard oder Surfboard ähneln. Diese Bretter können auf unterschiedlich große Rollen aus Hartgummi oder Kork gelegt werden und besitzen auf der Unterseite teilweise links und rechts kleine Stopper. Vor allem für Anfänger sind diese Stopper sehr hilfreich und schützen vor Unfällen, denn die Rolle kann dadurch nicht wegrutschen. Je nach Board können die Stopper auch demontiert oder noch mittiger platziert werden, um das Balancieren zu Beginn noch einfacher zu machen.

Die Schwierigkeit des Trainings hängt sowohl von der Platzierung der Stopper als auch von der Größe der Rolle ab. Je größer die Rolle, desto anspruchsvoller wird es das Gleichgewicht zu halten.

Oft ist im Lieferumgang auch noch eine Matte enthalten, damit beim Indoor-Training der Boden nicht beschädigt werden kann. Je nach Material kosten die Balance Boards zwischen 70 und 200€. Keine günstige Anschaffung, aber für die Erreichung bestimmter Trainingsziele lohnt sich die Investition.

WAS BRINGT DAS TRAINING MIT DEM BALANCE BOARD?

Logisch, mit einem Balance Board wird vor allem die Balance verbessert. Es verspricht allerdings noch mehr: Mit den richtigen Übungen bringst du deinen Gleichgewichtssicht, deine Koordinations- und Reaktionsfähigkeit, deine Motorik und deine Mikromuskulatur auf das nächste Level.

Doch welche Muskelgruppen werden eigentlich trainiert beim Balancieren? Sowohl die Rücken-, Rumpf-, Fuß-, Bauch- und Beinmuskulatur müssen arbeiten, um das Ungleichgewicht auszugleichen. Es werden Muskelgruppen aktiv, die beim Training mit Geräten oder anderen Sportarten nicht trainiert werden. Man spricht beim Training auf instabilen Untergründen von einem propriozeptiven Training.

Durch die intuitiven Bewegungen werden außerdem Sehnen und Bänder in den Beinen und Füßen auf eine sanfte Art gefördert – das Sprunggelenk und die Knie freuen sich. Profisportler schwören auf das Balance Board, um Verletzungen vorzubeugen. In der Sekunde, in der man mit dem Balance Board startet, werden sofort automatisch alle Rumpfmuskeln beansprucht. Schon nach wenigen Sekunden ist der Balanceakt auf dem Board ziemlich anstrengend. Um positive Effekte zu spüren, müsst ihr nicht stundenlang mit dem Board trainieren. Schon wenige Minuten mindestens zweimal die Woche reichen aus.

ERSTE SCHRITTE FÜR DAS TRAINING MIT DEM BALANCE BOARD

Wenn ihr das erste Mal auf ein Balance Board steigt, versucht euch erst einmal an die Ausgleichbewegungen zu gewöhnen und tastet euch langsam an das Training heran. Hier ein paar Tipps für den Anfang:

  • Steigt barfuß auf das Brett, um ein besseres Gefühl und sofortige Rückmeldung zu erhalten.
  • Fragt einen Freund, ob er euch am Anfang stützen kann oder haltet euch an einer Wand fest
  • Befestigt die Stopper links und rechts am Board
  • Verwendet anfangs kleine Rollen
  • Startet und stoppt im letzten Drittel des Boards und nicht in der Mitte
  • Geht leicht in die Knie
  • Lasst die Daumen nach innen zeigen
  • NICHT nach vorne lehnen, sondern mittig über dem Board stehen

Wenn ihr euch ohne Hilfe auf dem Board halten könnt, ist das eine gute Grundlage für weitere Übungen.

BALANCE BOARD FÜR FORTGESCHRITTENE

Ihr könnte euch selbst mit dem Balance Board immer weiter fordern, indem ihr beispielsweise die Stopper demontiert oder größere Rollen verwendet. Für ein abwechslungsreiches Training testet euch einfach an folgende Übungen heran:

  • Kniebeugen auf dem Board (Zusatz-Challenge: mit Gewicht)
  • Plank
  • Push Ups
  • Dips
  • Mountain Climbers
  • Gewicht von links nach rechts und oben und unten balancieren
  • Einbeiniges Stehen auf dem Board
  • Auf die Knie mit einem Bein
  • Das Board auf der Rolle drehen

Noch mehr Übungen und Tricks mit dem Balance Board findet ihr hier:

FÜR WEN IST DAS BALANCE BOARD GEEIGNET?

Egal ob Hobby-Skater, Kite-Profi oder Anfänger: Das Balance Board ist universell einsetzbar und grundsätzlich für jeden geeignet. Für Surfer, Skateboarder oder Snowboarder sind die ersten Balance Übungen einfacher als für jemanden, der noch nie auf einem Board gestanden ist. Das Sportgerät hilft euch sehr, eine der genannten Sportarten zu erlernen und zu verbessern.
Auch für Kinder ist ein Balance Board eine hervorragende spielerische Sportart, bei der Bewegung und Gleichgewicht gefördert werden, um ein besseres Körpergefühl und Spaß an der Bewegung zu entwickeln.

Weitere Vorteile des Balance Boards:

  • Man kann Indoor bei jedem Wetter und Outdoor trainieren
  • Einfach zu verstauen
  • Auch für Kinder sehr gut geeignet
  • Das Balance Board macht Spaß, deshalb trainiert man gerne und oft
  • Es steigert die Konzentration
  • Gleichgewichtssinn wird schnell verbessert
  • Tiefenmuskulatur wird gestärkt
  • Hervorragende Verletzungsprophylaxe im Bereich des Sprunggelenks
  • Eignet sich für eine Vielzahl an Trainingszielen

PERSÖNLICHES FAZIT

Es ist schon ein Weilchen her, als wir das letzte Mal auf einem Board gestanden sind. Unsere Versuche auf der Wakeboard-Anlage haben uns gezeigt, dass unsere Balance durchaus ausbaufähig ist. Mit einem Balance Board wollten wir diesen Schwachpunkt endlich spielerisch verbessern und gleichzeitig auch die Tiefenmuskulatur beanspruchen. Nach den ersten wackeligen Minuten auf dem Board war unser Ehrgeiz geweckt und der Spaßfaktor kam auf keinen Fall zu kurz.

Nach wenigen Tagen meldete sich der erste Muskelkater, aber die gute Nachricht: Wir konnten bereits ohne Stützhilfe relativ sicher auf dem Board von links nach rechts wippen. Das Setting ist schnell aufgebaut, deshalb fiel es uns leicht, ein kurzes Training mit dem Balance Board einfach im Alltag oder nach dem normalen Training einzubauen.

Auch wenn wir schnell Fortschritte machten, wurde uns das hin- und her Rollen mit dem Board allerdings schnell zu eintönig. Deshalb haben wir uns an andere Übungen, wie beispielsweise die Plank, gewagt. Unsere Motivation: Im Sommer beim Wakeboarden endlich mehr Gefühl für das Board bekommen. Wir können ein Balance Board jedem empfehlen, der an seinem Gleichgewicht arbeiten möchte und der Spaß am Skaten, Surfen, Wakeboarden oder Snowboarden hat.

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